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SUPER BOWLS 1966 'til 2010


SUPER BOWL XLV.
06.02.2011, Dallas Cowboys New Stadium, Dallas, Texas


07.02.2010, Dolphin Stadium, Miami, Florida
  New Orleans Saints - Indianapolis Colts 31 - 17
MVP: Drew Brees, QB, Saints
Siegreicher Coach: Sean Payton

Mit Ausnahme der Green Bay Packers ist vermutlich kein anderes Team so eng mit seiner Stadt verbunden, wie die Saints mit New Orleans. Dies war nicht immer so: Jahrelang wurden die Saints auch in ihrer Heimat als «Ain’ts» verspottet, als Habenichtse, angesichts blamaber Leistungen – es dauerte 34 Jahre bis zum ersten Playoff-Sieg – nicht ganz zu unrecht. Was Stadt und Team aber schliesslich derart aneinander schweisste war eine traumatische Erfahrung: 2005 verwüstete der Wirbelsturm Katrina die Jazz-Stadt an der Mississippi-Mündung, 80 Prozent der Stadt standen unter Wasser, Hunderttausende waren auf der Flucht. Auch die Saints mussten ins Exil und wären beinahe nach San Antonio umgezogen. Doch das Team kehrte mit frischen Kräften wie Head Coach Sean Payton oder Quarterback Drew Brees nach New Orleans zurück und gab der Stadt neue Hoffnung. Und mit dem Sieg in Super Bowl XLIV schliesslich den wohl verrücktesten «Mardi Gras» der Stadtgeschichte. Im ersten Viertel sah es allerdings gar nicht nach einem Sieg der als Aussenseiter gehandelten Saints aus. Colts-Quarterback Peyton Manning – in New Orleans als Sohn des damaligen Saints-Qurterbacks Archie Manning geboren und aufgewachsen – sezierte wie erwartet die Saints-Defense, fand seine Receivers mit sicheren Pässen und auch das Laufspiel funktionierte besser als erwartet. Dank eines Field Goals von Matt Stover und einem Touchdown-Pass von Manning zu Pierre Garçon zum Abschluss eines beeindruckenden 96 Yards-Drives lagen die Colts nach dem ersten Viertel klar mit zehn Punkten vorne. Die Saints dagegen hatten kaum Raumgewinn erzielt und erst im zweiten Viertel gelang ihnen ein erster gelungener Drive, den Garrett Hartley mit einem Field Goal erfolgreich abschloss. Die Wende läutete dann Saints-Head Coach Sean Payton ein. Payton, der vor vier Jahren die Saints nach ihrer Saison im Exil übernommen hatte, hatte sich einen Namen als agressiver Playcaller gemacht und diesem Ruf wurde er auch in der Super Bowl vollauf gerecht. Nachdem kurz vor der Pause ein weiterer schöner Drive der Saints an der 1 Yard-Linie der Colts gestrandet war, entschied er sich dafür, den vierten Versuch auszuspielen und den Ausgleich gewissermassen zu erzwingen. Running Back Pierre Thomas wurde dabei allerdings von der Colts-Defense gestoppt. Doch die Agressivität Paytons inspirierte die Saints-Defense, welche ihrerseits den Colts-Angriff stoppte, so dass die Saints kurz vor der Pause dank eines weiteren Field Goals den Rückstand doch noch auf vier Punkte verkürzen konnten. Und Sean Payton setzte nach der Pause gleich noch einen obendrauf: Er eröffnete die zweite Halbzeit mit einem überraschenden Onside-Kick. Das Risiko zahlte sich aus, Saints-Special Teamer Chris Reis eroberte den Ball und wenig später führten die Saints dank einem 16 Yards-Touchdown-Pass von Drew Brees zu Pierre Thomas erstmals. Damit war die Partie endgültig lanicert: Die Colts holten sich gleich im Gegenzug mit einem Touchdown-Lauf von Joseph Addai die Führung zurück, die Saints verkürzten wiederum wenig später den Rückstand mit einem weiteren Field Goal auf einen einzigen Punkt. Das Spiel wogte auch im letzten Viertel hin und her: Peyton Manning und seine Colts marschierten wie gewohnt sehr methodisch übers Feld, doch der 42jährige Kicker Matt Stover – der älteste Spieler, der je eine Super Bowl bestritt – verzog ein Field Goal aus 51 Yards. Die Saints machten es besser: Mit einem Touchdown-Pass von Drew Brees zu Jeremy Shockey gingen die Saints erneut in Führung. Und schliesslich war es der einzige Turnover der Partie, welcher das Spiel entschied: Cornerback Tracy Porter fing drei Minuten vor Spielende einen Pass von Peyton Manning ab und trug ihn 78 Yards direkt zum Touchdown zurück. Zwar führte Manning die Colts in den letzten Sekunden nochmals bis kurz vor die Endzone der Saints, doch am Ausgang der Partie konnte er nichts mehr ändern. Und in New Orleans konnte die grösste Party, welche die festfreudige Stadt wohl je gesehen hat, beginnen.


01.02.2009, Raymond James Stadium, Tampa Bay, Florida
Pittsburgh Steelers - Arizona Cardinals  27 - 23
MVP: Santonio Holmes, WR, Steelers
Siegreicher Coach: Mike Tomlin

Selten stehen sich zwei Teams in einer Super Bowl gegenüber, die über eine so enge gemeinsame Vergangenheit verfügen und doch so unterschiedliche Wege gegangen sind wie die Arizona Cardinals und die Pittsburgh Steelers. Als während des 2. Weltkriegs Mangel an Spielern herrschte, stellen die Cardinals und die Steelers 1944 ein gemeinsames Team: Die «Carpets». Das Team gewann keine einzige Partie und nach einem Jahr ging man wieder getrennte Wege. Die Steelers mauserten sich später mit fünf Super Bowl-Siegen zu einem Top-Team der Liga, die Cardinals blieben eine der erfolglosesten Mannschaften der Liga überhaupt. Wie wichtig Endspiel-Erfahrung ist, zeigten die Steelers zu Beginn der Partie: Sie legten nämlich los wie die Feuerwehr. Ben Roethlisberger führte seine Offense übers Feld und machte wie in Super Bowl XL aus einem Yard einen Touchdown. Wie vor drei Jahren wurde der Touchdown nochmals überprüft und, anders als vor drei Jahren, aberkannt: Die Steelers mussten sich mit einem Field Goal zufrieden geben. Der Touchdown kam dann aber beim nächsten Drive: Gary Russell kämpfte sich aus einem Yard in die Cadinals-Endzone. Im zweiten Viertel dann zeigten die Cardinals, warum sie in dieser Saison so weit gekommen waren: Kurt Warner fand seine Receiver und schliesslich Tight End Ben Patrick in der Endzone. Der Touchdown gab der Cardinals-Defense und kurz vor der Pause fing Karlos Dansby tief in der Steelers-Platzhälfte einen Pass von Ben Roethlisberger ab. Kurt Warner führte sein Team bis an die 1 Yard-Linie der Steelers, die Pausenführung war greifbar nahe. Doch dann schlug der Defensive Player des Jahres zu: James Harrison fing auf der Goalline stehend einen Pass von Warner ab, trug ihn übers ganze Spielfeld und fiel bei auslaufender Uhr nach 100 Yards völlig erschöpft in die Endzone. Ein Tiefschlag für die Cardinals. Nach der Pause wogte das Spiel hin und her, ohne dass viel Zählbares heraussprang. Mit einem langen Drive in der Mitte des dritten Viertels kontrollierten die Steelers die Uhr. Dabei machten sich die Cardinals das Leben mit Penalties schwer: Dreimal schenkten sie den Steelers durch eine Strafe ein First Down. Diese konnten allerdings kein Kapital daraus schlagen: Die Cardinals-Defense hielt an der eigenen 3 Yard-Linie, Kicker Jeff Reed erhöhte den Vorsprung der Steelers auf 13 Punkte. Es folgte ein letztes Viertel, das an Dramatik kaum mehr zu überbieten war: Plötzlich fand Kurt Warner Star-Receiver Larry Fitzgerald, den die Steelers-Verteidiger zuvor fast komplett abgemeldet hatten. Beide schlossen einen schnell gespielten Drive mit einem 1 Yard-Touchdown ab. Die Steelers dagegen gerieten aus dem Tritt und fanden sich nach einem Cardinals-Punt an der eigenen 1 Yard-Linie festgenagelt. Und es kam wie es kommen musste: Center Jeff Hartwig wurde für ein Holding in der Endzone bestraft, was den Cardinals einen Safety eintrug. Die Steelers kickten den Ball zu den Cardinals und zwei Spielzüge später fand Warner erneut Fitzgerald für einen 64 Yards-Touchdown-Pass. Zweieinhalb Minuten vor Schluss führten die Cardinals erstmals in diesem Spiel. Erstmals in Rückstand liegend schlug aber die Stunde von Ben Roethlisberger und Santonio Holmes: In nur zwei Minuten führten Quarterback und Wide Receiver ihr Team übers Spielfeld. Roethlisberger brachte bei diesem letzten Drive fünf von sieben Pässen an seine Receiver, alleine Holmes fing dabei vier Pässe für 73 Yards, darunter 35 Sekunden vor Schluss den siegbringenden Touchdown-Pass: Roethlisberger fand Holmes ganz in der hinteren Ecke der Endzone, dieser angelte den Ball aus der Luft und brachte ganz knapp beide Zehen innerhalb der Endzone zu Boden. Zwar erhielten die Cardinals nochmals den Ball zurück, doch ein Fumble von Kurt Warner machte fünf Sekunden vor Schluss den letzten Hoffnungen der Cardinals ein Ende. Die Steelers errangen mit diesem Sieg als erstes Team sechs Super Bowl-Siege und Steelers-Head Coach Mike Tomlin wurde mit 36 Jahren der jüngste Head Coach, der eine Super Bowl gewinnen konnte. Kurt Warner seinerseits verpasste die Gelegenheit, als erster Quarterback zwei verschiedene Team zum NFL-Titel zu führen, stellte aber mit 377 Passing-Yards, die zweitbeste Leistunge eines Quarterbacks in einer Super Bowl auf – hinter Kurt Warner (XXXIV, 414 Yards) und vor Kurt Warner (XXXVI, 365 Yards).


03.02.2008, University of Phoenix Stadium, Glendale, Arizona

  New York Giants - New England Patriots 17 - 14
MVP: Eli Manning, QB, Giants
Siegreicher Coach: Tom Coughlin

Die New England Patriots waren nach Arizona gereist, um Geschichte zu schreiben. Während der Regular Season hatte das Team von Head Coach Bill Belichick reihenweise neue Rekorde aufgstellt: Das Team erzielte so viele Punkte wie nie ein Team zuvor, Quarterback Tom Brady passte für 50 Touchdown-Pässe, Wide Receiver Randy Moss fing davon 23, von 18 Partien hatten sie 18 gewonnen. In Super Bowl XLII sollte nun das gelingen, was zuvor erst die Miami Dolphins geschafft hatten: Eine «Perfect Season», eine Saison ohne Niederlage. Die Chancen standen gut, zumal man den Gegner, die New York Giants, bereits einmal während der Regular Season besiegt hatte. Doch die Giants zeigten von Beginn an, dass sie nicht bereit sein würden, den Patriots den Sieg kampflos zu überlassen. Das Team von Head Coach Tom Coughlin hielt bei ihrem Eröffnungs-Drive den Ball fast zehn Minuten in den eigenen Reihen und schloss ihn mit einem 32 Yards-Field Goal durch Lawrence Tynes ab. Die Patriots konterten ihrerseits mit einer Angriffsserie, welche ihnen ebenfalls Punkte eintrug: Running Back Laurence Maroney erzielte nach einem gelungen Drive aus einem 1 Yard den ersten Touchdown der Partie. Bei diesem Spielstand blieb es dann bis ins letzte Viertel. Die Giants-Defense setzte Liga-MVP Tom Brady unter konstanten Druck, sackte ihn fünf Mal und erzwang kurz vor der Pause bei einem vielversprechenden Drive der Patriots einen Fumble. Aber auch die Giants wurden immer wieder von der Verteidigung der Patriots gestoppt. So fing Ellis Hobbs kurz vor der eigenen Endzone einen Pass von Eli Manning ab. Beim ersten Drive im dritten Viertel traf Patriots-Head Coach Bill Belichick zudem eine Entscheidung, über die noch lange diskutiert werden würde: An der 31 Yards-Linie der Giants entschied er sich gegen das lange Field Goal und liess das Forth Down ausspielen. Der Versuch misslang und wie sich zeigen sollte, fehlten den Patriots am Ende genau diese drei Punkte. Im letzten Viertel wogte das Spiel dann hin und her: Eli Manning eröffnete das Viertel mit einem schönen 45 Yards-Pass auf Tight End Kevin Boss. Wenig später fand er Wide Receiver David Tyree mit einem 5 Yards-Touchdown-Pass. Durch den erneuten Rückstand schien bei den Patriots aber plötzlich der Knopf aufzugehen: Mit vielen kurzen Pässen, vor allem zum wendigen Wes Welker, der mit elf Passfängen den bisherigen Super Bowl-Rekord einstellte, führte Brady sein Team übers Spielfeld. Mit etwas weniger als drei Minuten auf der Uhr fand er dann Randy Moss für einen 6 Yards-Touchdown-Pass. Es schien, dass die Patriots wieder einmal dann am besten spielten, wenn es am meisten zählte. Doch was dann folgte, könnte als «Eli-Manning-Drive» in die NFL-Geschichte eingehen: Mit dem Rücken zur Wand führte der Giants-Quarterback sein Team zügig übers Feld. Mehrmals schien es, als hätten die Patriots den Angriff gestoppt: Einmal verwandelte Running Back Brandon Jacobs einen vierten Versuch nur ganz knapp, einmal wand sich Eli Manning aus einem sicheren Sack und fand mit einem spektakulären Pass David Tyree für ein wichtiges First Down. 39 Sekunden vor Schluss dann fand der Giants-Quarterback dann Star-Receiver Plaxico Burress, von dem während der ganzen Partie nicht viel zu sehen war, mit dem siegbringenden 13 Yards-Touchdown-Pass. Zwar erhielten die Patriots nochmals denn Ball zurück, doch die verzweifelten Hail Mary-Pässe von Tom Brady fanden ihr Ziel nicht – die Sensation war perfekt. Und so wurde in Arizona doch noch Geschichte geschrieben: 39 Jahre nachdem die New York Jets völlig überraschend die hochfavorisierten Baltimore Colts geschlagen hatten, fügten nun die New York Giants den bis dahin perfekten New England Patriots eine bittere Niederlage zu. Und sie hielten den Super Bowl MVP-Titel in der Familie: Ein Jahr nachdem Peyton Manning seine Colts zum Super Bowl-Titel geführt und dafür mit der Ehrung als wertvollster Spieler belohnt worden war, gelang ein gleiches seinem jüngeren Bruder Eli.


04.02.2007, Dolphins Stadium, Miami, Florida
 
Indianapolis Colts - Chicago Bears 29 - 17
MVP: Peyton Manning, QB, Colts
Siegreicher Coach: Tony Dungy

Super Bowl XLI brachte eine nasse Premiere: Es war die erste Super Bowl, welche im strömenden Regen ausgetragen wurde. Nichts auszumachen schien dies allerdings Devin Hester: Der Kickoff Retuner der Chicago Bears trug den Eröffnungs-Kickoff von Adam Vinatieri 92 Yards für den ersten Touchdown der Partei zurück. Der frühe Rückstand nach nur 14 Sekunden schien die favorisierten Indianapolis Colts zu verunsichern. Insbesondere Colts-Quarterback Peyton Manning hatte einen schlechten Start, denn beim anschliessenden ersten Drive musste er eine Interception durch Chris Harris hinnehmen. Allerdings konnten die Bears die Chance nicht für weitere Punkte nutzen. Der nächste Drive brachte dann die ersten Punkte für die Colts: In der Secondary der Bears stimmte die Zuordnung nicht und Peyton Manning fand seinen Wide Receiver Reggie Wayne für einen 53 Yards-Touchdown. Beim anschliessenden Extrapunkt konnte Holder Hunter Smith den Ball nicht kontrollieren, so dass den Colts trotz Touchdown der Ausgleich nicht gelang. Und mit Fehlern ging es weiter: Beim anschliessenden Kickoff fumbelten die Bears, doch erhielten sie den Ball gleich beim nächsten Spielzug wieder zurück, als Colts-Running Back Joseph Addai ein Handoff von Peyton Manning verpasste. Bears-Quarterback Rex Grossman fand wenig später Muhsin Muhammad für einen weiteren Touchdown für die Bears. Mit Beginn des zweiten Viertels kriegten die Indianapolis Colts das Spiel aber zunehmend in die Hand: Adam Vinatieri erzielte aus 29 Yards ein Field Goal und wenig später ging Indianapolis durch einen 1 Yards-Lauf von Dominic Rhodes erstmals in Führung. Dabei blieb es, unter anderem auch, weil der nasse Ball weiterhin seinen Tribut verlangte und beide Teams erneut je einen verlorenen Fumble hinnehmen musste. Total resultierten im ganzen Spiel acht Turnovers – drei bei den Colts, fünf bei den Bears. Nach der Pause fuhren die Colts dort fort, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Mit Laufspiel über Dominic Rhodes und Joseph Addai kontrollierten sie die Uhr, mit kurzen sicheren Pässen führte Peyton Manning seine Offense übers Feld. Den langen Pass gab die Bears-Defense aber nicht ab, so dass sich die Indianapolis Colts jeweils mit Field Goals von Adam Vinatieri zufrieden geben mussteb. Den Bears ging es nicht viel besser: Die Colts kickten bei Kickoffs nach der Erfahrung beim Spielbeginn konsequent vom gefährlichen Devin Hester weg, bescherten so den Bears zwar jeweils recht gute Feldposition, verhinderten aber gleichzeitig den möglichen Return-Touchdown. Und weil der Angriff der Bears nie richtig auf Touren kam, mussten sie sich mit einem einzigen Field Goal durch Robbie Gould zufrieden geben. Trotz der Überlegenheit der Indianapolis Colts – die fast doppelt so lange im Ballbesitz waren wie ihre Gegner – war die Partie zu Beginn des letzten Viertels weiterhin offen, lagen die Colts doch nur mit 17:22 Punkten vorne. Bears-Quarterback Rex Grossman hatte also die Chance, sein Team doch noch zum Titelgewinn zu führen. Doch es gelang ihm nicht, im Gegenteil: Gleich zu Beginn des letzten Viertels fing Backup-Cornerback Kelvin Hayden einen seiner Pässe ab und trug ihn 56 Yards zum vorentscheidenden Touchdown zurück. Und gleich beim nächsten Drive folgte die nächste Interception: Rex Grossman versuchte es mit einem tiefen Pass über die Mitte, doch statt bei seinem Receiver landete der Ball in den Händen von Colts-Safety Bob Sanders. Die Colts taten anschliessend nicht mehr, als das Spiel zu kontrollieren und den Bears mal für mal schlechte Feldposition aufzuzwingen. Der Erfolg war ihnen nicht mehr zu nehmen. Mit dem Sieg in Super Bowl XLI gewann Colts-Quarterback Peyton Manning den vom zweimaligen Liga-MVP schon längst erwarteten Titel. Sein Kollege Adam Vinatieri konnte gar zum vierten Mal triumphieren: Zuvor hatte er drei Mal mit den New England Patriots den Titel gewonnen. Star des Abends war aber sicherlich Tony Dungy, denn auch der Colts-Head Coach sorgte für eine Premiere: Er ist der erste afroamerikanische Cheftrainer, der sein Team zum Titel führten konnte.


05.02.2006, Ford Field, Detroit, Michigan
 
Pittsburgh Steelers - Seattle Seahawks 21 - 10
MVP: Hines Ward, WR, Steelers
Siegreicher Coach: Bill Cowher

Es ist die Geschichte der Saison: Nach dem letztjährigen Aus im AFC Championship Game versprach Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger dem sich mit Rücktrittsgedanken tragenden Running Back Jerome «The Bus» Bettis, ihn in die Super Bowl in seiner Heimatstadt Detroit zu bringen, wenn er nochmals für eine Saison zurückkehren werde. Bettis kehrte zurück und «Big Ben» hielt sein Versprechen und führte die Steelers in die Super Bowl XL. Doch nun sollte natürlich für den «Bus» auch ein Sieg her. Doch zu Beginn der Partie sah es lange Zeit nicht gut aus für die Pittsburgh Steelers: Während die Seattle Seahawks den Ball mit schnellen, sicheren Pässen über das Feld bewegten, kam der Angriff der Steelers nicht in Gang, im ersten Viertel resultierte kein einziges First Down. Die einzigen Punkte im ersten Spielabschnitt erzielte Seahawks-Kicker Josh Brown mit einem Field Goal aus 47 Yards. Auch im zweiten Viertel lagen die Vorteile auf der Seite der Seahawks. «Big Ben» patzerte, überwarf seine Receiver, und fand doch einmal ein Pass sein Ziel, so liess der Receiver den Ball fallen. Nachdem Seahawks-Safety Marquand Manuel die Partie mit einer Verletzung verlassen musste, attackierten die Steelers seinen Ersatzmann sofort mit einem tiefen Pass, der Spielzug endete aber mit einer Interception durch Safety Michael Boulware. Die Seahawks konnten aus dem Turnover jedoch kein Kapital schlagen. Beim nächsten Drive zeigte der Steelers-Angriff dann sein Potential: Roethlisberger brachte vier von fünf Pässen an seine Receiver, darunter ein improvisierter 37 Yard-Pass zu Hines Ward, den die Steelers an die 2 Yard-Linie der Seahawks brachte. Zweimal konnte die Seattle-Defense das Laufspiel der Steelers stoppen, beim dritten Versuch tauchte dann Roehtlisberger in die Endzone. Die Steelers führten zur Pause etwas gegen den Spielverlauf mit 7:3. Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag der Steelers: Beim zweiten Spielzug nach dem Wiederankick durchbrach Running Back Willie Parker die Seahawks-Defense und lief 75 Yards zum Touchdown. Die Seahawks konterten beim nächsten Drive, doch Kicker Josh Brown verzog ein Field Goal aus 50 Yards. Die Steelers hatten nun die Oberhand und marschierten übers Feld bis an die 6 Yard-Linie des Gegners. Doch wer gedacht hatte, den Steelers gelänge jetzt die Vorentscheidung, sah sich getäuscht: Seahawks-Cornerback Kelly Herndon fing einen Pass von «Big Ben» ab und trug ihn bis kurz vor die Endzone der Steelers. Drei Spielzüge später fand Seahawks-Quarterback Matt Hasselbeck Tight End Jerramy Stevens offen in der Endzone – Seattle war wieder zurück im Spiel. Im letzten Viertel machten sich die Seahawks daran, die Führung wieder an sich zu reissen: Mit einem langen, methodischen Drive erreichten sie die gegnerische Redzone, doch Cornerback Ike Taylor fing einen Pass Hasselbecks ab und trug ihn bis zur Feldmitte zurück. Drei Spielzüge später dann die Entscheidung: Roethlisberger übergab den Ball Running Back Willie Parker, dieser reichte den Ball an Wide Receiver Antwaan Randle El weiter und Sekunden später endete der vermeintliche Reverse in einem 43 Yard-Touchdown-Pass des ehemaligen College-Quarterbacks zu Receiver-Kollege Hines Ward. Die Seahawks kamen zwar noch zweimal in Ballbesitz, dazwischen nahmen die Steelers aber mit gewohnt starkem Laufspiel viel Zeit von der Uhr – zu viel Zeit, wie sich zeigen sollte. Die Steelers konnten mit dem Sieg in Super Bowl XL den fünften Super Bowl-Titel feiern und schlossen damit zu den Dallas Cowboys und den San Francisco 49ers auf. Ben Roethlisberger wurde zum jüngsten Quarterback, der die Super Bowl gewinnen konnte, und das Märchen von Jerome Bettis kam in Detroit zu einem passenden Ende: «The Bus» erklärte kurz nach dem Spiel in seiner Heimatstadt seinen Rücktritt – mit der Vince Lombardi-Trophy in der Hand.


06.02.2005, Alltel Stadium, Jacksonville, Florida
 
New England Patriots - Philadelphia Eagles 24 - 21
MVP: Deion Branch, WR, Patriots
Siegreicher Coach: Bill Belichick

Die New England Patriots erreichten zum dritten Mal innert vier Jahren die Super Bowl und folgerichtig galt das Team von Head Coach Bill Belichick gegen die Philadelphia Eagles als der klare Favorit. Am Ende wurde es aber knapper als erwartet, weil die Patriots nicht so überzeugend spielten wie in den Partien zuvor. Doch wahre Meister gewinnen eben auch Spiele, in denen sie nicht brillieren. Das erste Viertel brachte das bereits aus den Vorjahren bekannte Abtasten beider Mannschaften, wie im Vorjahr resultierten keine Punkte. Im zweiten Viertel gelang es dann den Philadelphia Eagles den Ball dank eines effektiven Passspiels über das Feld zu bewegen: Quarterback Donovan McNabb fand immer wieder seine Wide Receiver Todd Pinkston und Terrell Owens, der nach einer siebenwöchigen Verletzungspause erstmals wieder spielte und mit neun Passfängen eine überraschend starke Leistung zeigte. Kurz vor der Patriots-Endzone war dann aber Endstation: McNabbs Pass wurde durch Cornerback Asante Samuel abgefangen. Die Interception wurde allerdings wegen einer Strafe gegen die Patriots wieder aberkannt, doch der nächste Spielzug brachte das gleiche Resultat: Diesmal griff Safety Rodney Harrison zu. Dennoch erzielten die Eagles die ersten Punkte der Partie: Nach dem mit 81 Yards längstem Drive der Partie fand McNabb Tight End L.J. Smith in der Patriots-Endzone. Erst jetzt erwachte die bis dahin lethargische Offense der Patriots, allerdings blieb der Erfolg vorerst aus, nachdem Quarterback Tom Brady in der Eagles-Redzone einen Fumble verlor. Kurz vor der Pause erzielte der Titelverteidiger dann aber doch den Ausgleich: Brady fand Wide Receiver David Givens in der Eagles-Endzone. Mit einem Spielstand von 7:7 war Super Bowl XXXIX erst die zweite Super Bowl der NFL-Geschichte, welches mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Halbzeit ging. Nach der Pause schien es, als würden die Patriots das Spiel an sich reissen: Nach einem explosiven Drive, bei welchem Wide Receiver Deion Branch vier Pässe für 71 Yards fing, schlich sich der als zusätzlicher Tight End aufgestellte Linebacker Mike Vrabel in die Endzone und brachte im Nachfassen den Pass von Brady unter Kontrolle. Es war Vrabels zweiter Touchdown-Fang in der zweiten Super Bowl in Folge. Wer nun dachte, dass die Patriots das Spiel in die Hände kriegen würden, sah sich aber getäuscht: Die Eagles konterten, McNabb und Running Back Brian Westbrook glichen mit einem Touchdown-Pass aus. Auch nach drei Vierteln stand die Partie noch immer Unentschieden – zum erstenmal in der Super Bowl-Geschichte. Die Entscheidung brachte dann das letzte Viertel: Zuerst erzielte Running Back Corey Dillon aus zwei Yards die erneute Führung für die Patriots, wenig später standen die Patriots bereits wieder vor der Endzone der Eagles – die Entscheidung lag in der Luft. Allerdings hielt die Eagles-Verteidigung und die Patriots mussten sich mit einem Field Goal zufrieden geben. Die Aufholjagd der Eagles stand danach aber unter einem schlechten Stern: McNabb warf seine zweite Interception und die Uhr lief anschliessend für die Patriots. Zwar kamen die Eagles zwei Minuten vor Schluss dank McNabbs drittem Touchdown-Pass, diesmal zu Wide Receiver Greg Lewis, nochmals heran. Allerdings misslang der anschliessende Onside-Kick und als die Eagles an der eigenen 4-Yard-Linie nochmals in Ballbesitz kamen, waren nur noch 46 Sekunden auf der Uhr. Drei Spielzüge später machte dann Rodney Harrison den Hoffnungen der Eagles endgültig den Garaus, als er einen weiteren Pass McNabbs abfing. Die New England Patriots sind das siebte Team der NFL-Geschichte, welches einen Super Bowl-Titel verteidigen konnte und mit drei Siegen innert vier Jahren etablierten sie sich als erste Dynastie des 21. Jahrhunderts, welche den Vergleich mit den San Francisco 49ers der 1980er Jahre oder den Dallas Cowboys der 1990er Jahre nicht zu scheuen braucht.


01.02.2004, Reliant Stadium, Houston, Texas
 
New England Patriots - Carolina Panthers 32 - 29
MVP: Tom Brady, QB, Patriots
Siegreicher Coach: Bill Belichick

Wie sich die Bilder doch gleichen: In Super Bowl XXXVI fing Wide Receiver Ricky Proehl für die St. Louis Rams einen Touchdown-Pass zum Ausgleich gegen die New England Patriots, in Super Bowl XXXVIII nun einen solchen für die Carolina Panthers. In Super Bowl XXXVI war nach dem Fang noch eine Minute auf der Uhr, so auch in Super Bowl XXXVIII. Und wie vor zwei Jahren war dies genügend Zeit für Patriots-Quarterback Tom Brady: Er führte sein Team in Field Goal-Reichweite. Und wie in Super Bowl XXXVI erzielte Patriots-Kicker Adam Vinateri aus über 40 Yards die entscheidenden Punkte. Déjà vu. Die Super Bowl war im letzten Viertel geradezu explodiert: 37 Punkte zauberten die beiden Teams in den letzten 15 Minuten auf die Anzeigetafel – das punktereichste Quarter in der Super Bowl-Geschichte. Dabei hatte die Partie ganz anders begonnen: Die Defenses dominierten, First Downs waren Mangelware und weil Vinatieri ein Field Goal verschoss und ein zweites geblockt wurde stand es auch nach 25 Minuten noch immer 0:0. Doch dann eröffnete ein Fumble von Panthers-Quarterback Jake Delhomme, der unter ständigem Druck der Patriots-Defense stand, den Patriots die Möglichkeit auf die ersten Punkte: Brady fand Wide Receiver Deoin Branch ungedeckt in der Panthers-Endzone. Aber Delhomme erholte sich schnell von seinem Ballverlust: Nachdem er zuvor nur einen von neun Pässen vervollständigt hatte, führte er nun sein Team sicher übers Feld. Der Drive fand mit einem 39 Yard-Touchdown-Pass zu Wide Receiver Steve Smith seinen Abschluss. Obwohl es bis zur Halbzeit nur noch etwas mehr als eine Minute dauerte, gab es aber noch weitere Punkte: Brady fand mit einem Touchdown-Pass Wide Receiver David Givens. Und auch Delhomme führte sein Team nochmals zu Punkten: Mit auslaufender Uhr erzielte Kicker John Kasay ein 50 Yard Field-Goal. Das dritte Viertel glich dem ersten: Die Defenses dominierten, Punkte blieben Fehlanzeige. Doch es folgte das sagenhafte letzte Quarter: Running Back Antowain Smith baute die Führung der Patriots mit einem 2 Yard-Touchdown-Lauf aus, doch Panthers-Running Back DeShaun Foster verkürzte mit einem 33 Yard-Lauf den Rückstand wieder auf vier Punkte. Und sieben Minuten vor Schluss gingen die Panthers sogar erstmals in Führung: Nach einer Interception Bradys, die von Cornerback Reggie Howard in der eigenen Endzone gefangen worden war, fand Delhomme mit einem 85 Yard-Touchdown-Pass – dem längsten in der Super Bowl-Geschichte – Wide Receiver Mushin Muhammad. Doch der Favorit aus Boston gab sich noch nicht geschlagen, konnte kontern und griff dabei tief in die Trickkiste: An der gegnerischen 1 Yard-Linie «schmuggelten» sie Linebacker Mike Vrabel in die Angriffsaufstellung und der Verteidiger fing prompt den Touchdown-Pass von Tom Brady. Mit nur noch etwas mehr als zwei Minuten auf der Uhr zeigte Delhomme einmal mehr, dass er in solchen Situationen zur Höchstform aufläuft. Er führte die Panthers übers gesamte Spielfeld und fand eine Minute vor Schluss Proehl in der Endzone zum Ausgleich. Negativ aus Sicht der Panthers war, dass die Punkte so schnell kamen, die Patriots also genug Zeit für den Versuch hatten, das Spiel in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Panthers-Kicker John Kasay – der letzte verbleibende Spieler aus dem Gründungsteam der Panthers – verzog den Kickoff, der ausserhalb des Spielfelds landete und den Patriots Ballbesitz an der eigenen 40 Yard-Linie ermöglichte. Und es kam, wie es schon vor zwei Jahren kam: Brady fand seine wendigen Receiver mit traumwandlischer Sicherheit und acht Sekunden vor Schluss trat Vinatieri zum Field Goal an. Und dieser zeigte trotz der zwei Fehlversuche zu Beginn des Spiels, dass man auf ihn vertrauen kann, wenn es zählt: Aus 41 Yards schoss er die Patriots zum zweitenmal in drei Jahren zum Super Bowl-Triumph.


26.01.2003, Qualcomm Stadium, San Diego, California
 
Tampa Bay Buccaneers - Oakland Raiders 48 - 21
MVP: Dexter Jackson, FS, Bucccaneers
Siegreicher Coach: Jon Gruden

Zum erstenmal in der Super Bowl-Geschichte trafen die beste Offense (Oakland) und die beste Defense (Tampa Bay) der abgelaufenen NFL-Saison aufeinander. Und es bewahrheitete sich einmal mehr die alte Football-Weisheit «Die Offense gewinnt Spiele, die Defense gewinnt Meisterschaften», denn Super Bowl XXXVII wurde für den Angriff der Oakland Raiders zum Albtraum, insbesondere für Raiders-Quarterback Rich Gannon, welcher fünf Interception hinnehmen musste, von welchen die Buccaneers gleich drei direkt zu Touchdowns verwerteten. Dabei hatte das Spiel für die Raiders gut angefangen: Bereits beim ersten Drive fing Cornerback Charles Woodson einen Pass von Buccaneers-Quarterback Brad Johnson ab, Kicker Sebastian Janikowski verwandelte wenig später ein 40 Yard-Field Goal. Die Tampa Bay Buccaneers konterten vorerst mit einem 31 Yards-Field Goal ihres Kickers Martin Gramatica. Wenig später fing Bucs-Safety Dexter Jackson einen ersten Pass Gannons ab, erneut resultierte aber nur ein 43 Yard-Field Goal durch Gramatica. Doch danach kam die von Head Coach Jon Gruden – welcher in der Vorsaison noch die Oakland Raiders trainiert hatte – entwickelte Offense der Buccaneers so richtig in Schwung: Auf einem überraschend starken Laufspiel aufbauend führte Johnson sein Team übers Spielfeld und Fullback Mike Alstott erlief aus zwei Yards den ersten Touchdown der Partie. Die Buccaneers-Defense zwang beim nächsten Drive Oakland zum Punt und erneut resultierte für Tampa Bay ein schöner Drive, welcher in 10 Spielzügen über 77 Yards führte und von Quarterback Brad Johnson mit einem 5 Yard-Pass zu Wide Receiver Keenan McCardell abgeschlossen wurde. Zur Pause führten die Buccaneers mit 20:3 Punkten. Und sie bauten den Rückstand in der zweiten Hälfte kontinuierlich aus: Die Defensive Line der Buccaneers setzte Raiders-Quarterback Gannon mit grosser Regelmässigkeit unter starken Druck, so dass im Angriff der Kalifornier nur wenig zusammenlief. Ganz anders bei Tampa Bay: Der erste Drive nach der Pause führte erneut in 14 Spielzügen über 89 Yards und erneut schloss ihn Johnson mit einem Touchdown-Pass zu McCardell ab. Gleich beim ersten Spielzug nach dem anschliessenden Kickoff fing Cornerback Dwight Smith ein Pass Gannons ab und verwertete ihn direkt zum Touchdown. Die Buccaneers führten zwanzig Minuten vor Ende mit 34:3. Das Spiel war entschieden. Viel zu spät kam das Spiel der Oakland Raiders auf Touren: Kurz vor Ende des dritten Viertels fand Gannon Wide Receiver Jerry Porter mit einem 39 Yard-Pass offen in der Endzone. Und wenig später sorgte auch das Raiders-Special Team für Punkte: Linebacker Tim Johnson blockte einen Punt von Tom Tupa und Cornerback Eric Johnson sicherte den Ball in der Buccaneers-Endzone für sein Team. Und nachdem die Buccaneers zu Beginn des letzten Viertels die Chance auf ein Field Goal durch einen Fumble vergaben und Gannon beim anschliessenden Drive Wide Receiver Jerry Rice zum Touchdown fand – dem achten Super Bowl-Touchdown in Rices Karriere –, schien für einen kurzen Moment ein Comeback der Raiders möglich. Doch in dieser kritischen Situation erinnerte sich die Defense der Tampa Bay Buccaneers auf ihr überragendes Spiel: Zuerst fing Linebacker Derrick Brooks einen Pass von Gannon ab und trug ihn zum Touchdown in die Endzone zurück. Und zwei Sekunden vor Schluss zog Cornerback Dwight Smith nach und fing seine zweite Interception des Tages, welche er erneut zu einem Touchdown verwertete. Mit total 69 Punkten ist Super Bowl XXXVII nach Super Bowl XXIX die zweitpunktereichste Super Bowl der NFL-Geschichte.


03.02.2002, Louisiana Superdome, New Orleans, Louisana
 
New England Patriots - St.Louis Rams 20 - 17
MVP: Tom Brady, QB, Patriots
Siegreicher Coach: Bill Belichick

Die Ausgangslage für Super Bowl XXXVI war klar und eindeutig: Die New England Patriots wurden bei den Buchmachern als krasse Aussenseiter gehandelt. Die Prognosen sahen sie mit 16 Punkten Rückstand verlieren. Ein Sieg des Teams aus Boston gegen die gut geschmierte Angriffsmaschinerie der St. Louis Rams war schlicht undenkbar. Doch Super Bowl XXXVI brachte keine Kanterniederlage, sondern ein bis zum Schluss spannendes Spiel und die nach Super Bowl III zweitgrösste Überraschung in der Super Bowl-Geschichte. Zwar lief die Rams-Offense wie erwartet auf Hochtouren und erspielte total 427 Yards – die Patriots-Offense hingegen «nur» 267 Yards –, doch konnten sie diesen Feldvorteil gegen die von Head Coach Bill Belichick hervorragend eingestellte Defense der Patriots nicht in Punkte ummünzen. Im Gegenteil: Die Verteidiger der Patriots eroberten dreimal den Ball, aus welchen New England seinerseits 17 Punkte machte. Die Rams gingen im ersten Viertel durch ein 50 Yard-Field Goal ihres Kickers Jeff Wilkins in Führung. Doch in der Mitte des zweiten Viertels erzielten die Patriots den ersten Turnover: Cornerback Ty Law fing einen Pass von Rams-Quarterback Kurt Warner ab und lief unberührt 47 Yards der Seitenlinie entlang zum Touchdown. Anderthalb Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit dann der zweite Ballverlust der Rams: Warner fand mit einem 15 Yard-Pass Wide Receiver Ricky Proehl an der 40 Yard-Linie der Patriots, doch dieser verlor beim anschliessenden Tackle den Ball, welcher von den Patriots erobert werden konnte. Patriots-Quarterback Tom Brady – der die Saison nach als Backup für den später verletzungsbedingt ausgeschiedenen Drew Bledsoe begonnen hatte – führte sein Team mit schnellen Spielzügen übers Feld und fand 21 Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte Wide Receiver David Patten frei in der Endzone. Die Defense der Patriots hatte die Offense der Rams auch in der zweiten Hälfte gut im Griff und so bauten die Patriots ihren Vorsprung im dritten Viertel durch ein Field Goal ihres Kickers Adam Vinatieri auf 17:3 aus. Und im vierten Quarter kam es noch besser: Bei einem vierten Versuch und Goal an der 3 Yard-Linie der Patriots lief Warner selber, fumbelte aber beim Tackle den Ball, welcher von Safety Tebucky Jones aufgenommen und übers ganze Feld zum Touchdown für die Patriots zurückgetragen wurde. Doch der Spielzug wurde wegen einer Holding-Strafe annulliert und zwei Spielzüge später erlief Warner aus zwei Yards den Touchdown für die Rams. Statt 24:3 hiess es plötzlich wieder 17:10. Und anderthalb Minuten vor Ende konnten die Rams dann doch noch ausgleichen: Warner fand mit einem 26 Yard-Pass Wide Receiver Ricky Proehl und dieser tauchte zum 17:17 in die Patriots-Endzone. Die erste Verlängerung in der Super Bowl-Geschichte drohte. Doch in dieser Situation schlug die grosse Stunde von Tom Brady: Ohne Timeouts und mit anderthalb Minuten auf der Uhr komplettierte er, angefeuert vom Publikum, welches längst Partei für den krassen Aussenseiter ergriffen hatte, drei Pässe zu Backup Running Back J.R. Redmond, bevor er nach einem unvollständigen Pass 23 Yards zu Wide Receiver Troy Brown und anschliessend 16 Yards zu Tight End Jermaine Wiggins passte. Sieben Sekunden vor Schluss standen die Patriots somit an der 30 Yard-Linie der Rams, wo Brady den Ball spikte. Kicker Adam Vinateri machte es anschliessend besser als Bills-Kicker Scott Norwood elf Jahre zuvor und verwandelte das 48 Yard-Field Goal bei auslaufender Uhr mit traumwandlerischer Sicherheit. Super Bowl XXXVI wurde so zur ersten Super Bowl, welche erst mit dem allerletzten Spielzug entschieden wurde.


28.01.2001, Raymond James Stadium, Tampa, Florida
 
Baltimore Ravens - New York Giants 34 - 7
MVP: Ray Lewis, LB, Ravens
Siegreicher Coach: Brian Billick

Die Baltimore Ravens hatten in der Saison 2000 einen neuen Rekord bezüglich am wenigsten zugelassenen Punkte aufgestellt. Folgerichtig rechneten die Experten mit einem Spiel, welches wenig Punkte bringen sollte. In Bezug auf die Defense der Ravens sollten sie sich auch nicht getäuscht haben, dominierten sie doch das Spiel und liessen nur gerade 152 Yards zu, fingen vier Pässe von Giants-Quarterback Kerry Collins ab und sackten ihn viermal. Bezeichnend auch, dass der einzige Touchdown der Giants nicht gegen die Ravens-Defense erzielt wurde. Dass am Ende aber doch mehr Punkte auf der Anzeigetafel standen als von vielen Experten erwartet, dafür war die Offense der Ravens und die Special Teams beider Super Bowl-Kontrahenten verantwortlich. Im ersten Viertel passte Ravens-Quarterback Trent Dilfer über 38 Yards zum unauffälligen Wide Receiver Brandon Stockley, welcher ein Tackleversuch an der Goalline abwehren und den ersten Touchdown der Partie erzielen konnte. Im zweiten Viertel schienen die New Yorker Oberwasser zu bekommen, als Linebacker Jessie Armstead einen Pass Dilfers abfing und bis in die Ravens-Endzone zurücktrug, die Interception wurde aber durch eine Strafe gegen die Giants annulliert. Und so erhöhten die Ravens kurz vor der Pause durch ein 47 Yard-Field Goal von Kicker Matt Stover zum Pausenstand von 10:0. Zwar gab ein 27 Yard-Lauf von Running Back Tiki Barber den Giants kurz vor der Pause noch die Möglichkeit den Rückstand zu verkürzen, doch Cornerback Chris McAllister fing an der eigenen 5 Yard-Linie einen Pass von Kerry Collins ab. Gleich beim ersten Drive nach der Pause fing Ravens-Safety Kim Herring einen weiteren Pass von Collins ab, der Angriff der Ravens konnte aber die gute Feldposition nicht verwerten. Da es in der Folge keinem der beiden Teams gelang, den Ball erfolgreich über das Spielfeld zu bewegen, waren wieder die Punter am Zug – mit zusammen 21 Punts stellten sie einen neuen Super Bowl-Rekord auf. Vier Minuten vor Ende des dritten Viertels folgte dann aber eine wahre Punkte-Explosion, erzielten die beiden Teams doch innerhalb von 36 Sekunden drei Touchdowns. Zuerst fing Ravens-Cornerback Duane Starks eine weitere Interception von Collins ab und trug sie über 49 Yards zum Touchdown in die Giants-Endzone zurück. Beim anschliessenden Kickoff brach Giants-Kick Returner Ron Dixon durch die gesamte Abwehr der Ravens und verkürzte den Vorsprung Baltimores wieder auf 10 Punkte. Dem mochte Dixons Konterpart, Ravens-Kick Returner Jermaine Lewis, in nichts nachstehen: Er konterte Dixons Kickoff Return-Touchdown mit einem ebensolchen. Das verbleibende Quarter war für die Ravens-Defense reine Formsache, gestand sie doch den New York Giants nur noch ein einziges First Down zu und zwangen sie immer wieder zum Punt. Im Angriff setzten die Ravens folgerichtig aufs Laufspiel: Rookie Running Back Jamal Lewis, welcher den Tag mit 102 Lauf-Yards beendete, erzielte in der Mitte des vierten Viertels aus 3 Yards einen weiteren Touchdown zur 31:7-Führung. Und da Kick Returner Dixon das anschliessende Anspiel fumbelte und der freie Ball durch die Ravens erobert werden konnte, baute das Team aus Baltimore seinen Vorsprung mit einem 34 Yard-Field Goal durch Stover zum Endstand von 34:7 aus.


30.01.2000, Georgia Dome, Atlanta, Georgia
 
St.Louis Rams - Tennessee Titans 23 - 16
MVP: Kurt Warner, QB, Rams
Siegreicher Coach: Dick Vermail

Welch grosser Unterschied ein einziges Yard machen kann, dies mussten in Super Bowl XXXIV die Tennessee Titans erfahren: Mit auslaufender Uhr und sieben Punkten Rückstand passte Titans-Quarterback Steve McNair zu Wide Receiver Kevin Dyson, doch bevor dieser in die Rams-Endzone tauchen konnte, brachte ihn Rams-Linebacker Mike Jones mit einem spektakulären Tackle zu Boden. Dyson streckte noch verzweifelt den Arm aus, doch der Ball erreichte die Goalline nicht. Ein einziges Yard machte am Ende den Unterschied zwischen Verlängerung – und einem möglichen Sieg – und Niederlage aus. In der ersten Häfte der Super Bowl XXXIV regierte die Nervosität. Keines der beiden Teams kam so richtig in Fahrt und auch die Kicker zeigten sich nicht gerade in Hochform. Zuerst verhinderte ein fallengelassener Snap ein 35 Yard-Field Goal der St. Louis Rams, anschliessend verzog Titans-Kicker Al Del Greco ein Field Goal aus 47 Yards. Bis zur Pause schoss Rams-Kicker Jeff Wilkins Field Goals aus 27, 28 und 29 Yards, verpasste aber aus 34 Yards. Zur Pause führten die St. Louis Rams nur gerade mit 9:0. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte machte es nicht den Anschein, als würde das Spiel besser: McNair führte die Titans zwar 43 Yards übers Spielfeld, doch Rams-Cornerback Todd Lyght blockte Del Grecos Field Goal-Versuch aus 47 Yards. Anschliessend erhöhten die St. Louis Rams mit einem 9 Yard-Touchdown-Pass von Rams-Quarterback Kurt Warner auf Rookie Wide Receiver Torry Holt den Spielstand auf 16:0. Einen solch hohen Rückstand hatte noch nie ein Team in einer Super Bowl wettgemacht, das Spiel schien gelaufen. Doch die Tennessee Titans gaben sich noch nicht geschlagen und erzielten innerhalb von sieben Minuten zwei Touchdowns. Kurz vor Ende des dritten Viertels erzielte Running Back Eddie George aus einem Yard ie ersten Punkte für die Titans. Die Two-Point Conversion, ein Pass McNairs zu Tight End Frank Wycheck, misslang allerdings, so dass die Titans noch mindestens zwei Drives mit Punkten abschliessen mussten, um auszugleichen. Die während der Saison so explosive Rams-Offense kam im letzten Viertel ins Straucheln und wurde von der Titans-Defense zum Punt gezwungen. McNair führte anschliessend einen Drive mit 13 Spielzügen über 70 Yards, welcher erneut George mit einem Touchdown-Lauf abschloss. Wenig später erhielten die Titans erneut den Ball und mit etwas mehr als zwei Minuten auf der Uhr glich Titans-Kicker Del Greco mit einem Field Goal aus 43 Yards zum 16:16 aus. Beim nächsten Spielzug allerdings zeigte die Offense der St. Louis Rams, warum sie Fans und Experten während der ganzen Saison begeistert und den Übernamen «The Greatest Show on Turf» erhalten hatte: Warner – der mit 414 Pass-Yards einen neuen Super Bowl-Rekord aufstellte – feuerte einen langen Pass zur rechten Seitelinie, welcher von Wide Receiver Isaac Bruce an der 38 Yard-Linie der Titans gefangen wurde. Bruce liess anschliessend mit einer Körperbewegung die gesamte Titans-Verteidigung aussteigen und erreichte die Endzone zum siegbringenden Touchdown. McNair führte zwar nochmals einen spektakulären Drive der Titans an, die Spannung war kaum mehr zu überbieten. Am Ende aber fehlte das berühmt-berüchtigte eine Yard.


31.01.1999, Pro Player Stadium, Miami, Florida
 
Denver Broncos - Atlanta Falcons 34 - 19
MVP: John Elway, QB, Broncos
Siegreicher Coach: Mike Shanahan

Mit ihrem Sieg über die Atlanta Falcons wurden die Denver Broncos zum siebten Team in der NFL-Geschichte, welchem eine Super Bowl-Titelverteidigung gelang. Die Broncos bescherten damit ihrem Quarterback John Elway einen würdigen Abschied. Und Elway zeigte in seinem letzten Spiel eine starke Leistung, passte für 336 Yards und einen Touchdown, was ihm zum Karriereende auch noch die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Super Bowl eintrug. Aber auch der Rest der Mannschaft aus Colorado zeigte sich von ihrer besten Seite: Running Back Terrell Davis erzielte mit 102 Yards im siebten Playoff-Spiel hintereinander mehr als 100 Yards, Wide Receiver Rod Smith fing 5 Pässe für 152 Yards und Cornerback Darrien Gordon fing zwei Pässe von Falcons-Quarterback Chris Chandler ab. Auf der anderen Seite zeigte zwar auch die Offense der Atlanta Falcons ihr Können, doch in den entscheidenden Momenten konnten sie das Glück nicht auf ihre Seite zwingen. Und so musste Falcons-Head Coach Dan Reeves, welcher die Broncos dreimal in die Super Bowl geführt hatte und Denver im Streit mit Elway verlassen hatte, eine weitere, besonders bittere Super Bowl-Niederlage einstecken. Dabei begann das Spiel für die Falcons durchaus erfolgsversprechend: Gleich beim ersten Drive gelang es ihnen, den Ball übers Spielfeld zu bewegen und der dänische Kicker der Falcons, Morten Andersen, erzielte aus 32 Yards die 3:0-Führung für den Super Bowl-Neuling. Doch die Broncos antworteten mit einem 80 Yard-Drive, dessen Highlight ein 41-Yard-Pass Elways zu Smith war. Ein Yard vor der Endzone konzentrierte sich die Falcons-Defense ganz auf Running Back Davis, stattdessen trug Fullback Howard Griffith den Ball in die Endzone. Denvers Kicker Jason Elam erhöhte im zweiten Quarters den Vorsprung auf 10:3. Gegen Ende des Viertels führte Falcons-Quarterback Chandler sein Team 65 Yards übers Spielfeld, doch der Angriff wurde von der Broncos-Defense 8 Yards vor der Endzone gestoppt. Kicker Andersen betrat das Spielfeld, doch zur Überraschung aller verschoss er das leichte 26 Yard-Field Goal. Gleich beim nächsten Spielzug fand Elway Smith mit einem 80 Yard-Pass, statt 10:6 hiess es plötzlich 17:3. Andersen konnte kurz vor der Pause mit einem 28 Yard-Field Goal immerhin nochmals verkürzen. Die Falcons bewegten den Ball auch weiterhin übers Feld, doch in kritischen Situationen gelang ihnen weiterhin wenig. So führte Chandler sein Team im dritten Viertel bis an die 21 Yard-Linie der Broncos, doch sein Pass wurde abgelenkt und landete in den Händen von Broncos-Cornerback Darrien Gordon, welcher die Interception tief in die Spielhälfte der Falcons zurücktrug. Kurz darauf erlief Fullback Griffith seinen zweiten Touchdown. Wenig später gelang Gordon seine zweite Interception und Elway erhöhte mit einem 3 Yard-Lauf höchstselbst auf 31:6. Das Spiel war zu Beginn des letzten Quarters gelaufen. Zwar trug Rookie Kick Returner Tim Dwight den anschliessenden Kickoff 94 Yards zum Touchdown für die Falcons zurück, doch die Broncos erhöhten ihr Punktekonto durch ein 37 Yard-Field Goal Elams weiter. Der abschliessende Touchdown-Pass von Chandler zu Wide Receiver Terance Mathis diente letztlich nur noch der Resultatkosmetik.


25.01.1998, Qualcomm Stadium, San Diego, California
 
Denver Broncos - Green Bay Packers 31 - 24
MVP: Terrell Davis, RB, Broncos
Siegreicher Coach: Mike Shanahan

Die Vorzeichen zu Super Bowl XXXII waren klar: Die Buchmacher sahen die Green Bay Packers als klare Favoriten, waren sie doch nicht nur der Titelverteidiger und hatten mit Brett Favre, welcher eben zum dritten Mal zum wertvollsten Spieler der NFL gewählt worden war, den besten Quarterback in ihren Reihen, darüberhinaus hatte jeweils der Vertreter der NFC die letzten 13 Endspiele für sich entscheiden können. Doch die Sympathien der Fans lagen eindeutig auf Seiten der Denver Broncos, deren Quarterback John Elway vor dem Ende einer eindrücklichen und glanzvollen Karriere stand, aber bei drei Super Bowl-Teilnahmen bislang drei Niederlagen eingestecken musste. Zu Beginn des Spiels übernahmen erwartungsgemäss die Green Bay Packers das Kommando: Favre fand Wide Receiver Antonio Freeman über 22 Yards und brachte den Favoriten in Führung. Doch die Denver Broncos hielten dagegen, insbesondere die zwar leichte, aber technisch exzellente Offense Line der Broncos riss Mal für Mal Löcher für Running Back Terrell Davis auf: Noch vor dem Ende des ersten Viertel glich dieser mit einem 1 Yard-Lauf aus. Am Ende des Spiels sollte Davis 157 Yard Raumgewinn zu verbuchen haben. Im zweiten Viertel bauten die Denver Broncos einen Vorsprung auf: Zuerst erlief Elway aus einem Yard einen Touchdown, anschliessend erhöhte Kicker Jason Elam den Vorsprung durch ein 51 Yard-Field Goal auf zehn Punkte. Das Spiel blieb aber zur Pause spannend, konnte doch Favre mit einem 6 Yard-Pass zu Tight End Mark Chmura Sekunden vor der Pause auf 17:14 verkürzen. Nach der Pause glich Packers-Kicker Ryan Longwell mit einem 27 Yard-Field Goal aus und es schien, als würde das Spiel nun zugunsten der Green Bay Packers kippen. Doch sie hatten nicht mit dem unbedingten Siegeswillen des John Elway gerechnet. Dieser hatte im Passspiel keinen überragenden Tag und brachte nur 12 von 22 Pässen für 123 Yards an den Mann, doch seine Bereitschaft, mit fast 40 Jahren nochmals alles aus seinem Körper herauszuholen, überraschte viele Experten. Bei einem dritten Versuch und sechs Yards an der 12 Yard-Linie der Green Bay Packers, lief der Broncos-Quarterback selber und überschlug sich bei einem Tackle-Versuch von Green Bays Verteidigern spektakulär. Aber wichtiger noch: Er machte die benötigten Yards. Elways Einsatz wurde wenig später durch Davis‘ zweiten Touchdown-Lauf belohnt. Doch das Spiel war noch lange nicht vorbei. Favre führte sein Team mit einem beeindruckenden Drive 85 Yards übers Spielfeld und fand zu Beginn des letzten Viertels erneut Freeman in der Endzone zum erneuten Ausgleich. Die nächsten vier Drives verliefen ohne zählbares Ergebnis, die Punter waren am Zug. Dreieinhalb Minuten vor Schluss erhielten die Broncos den Ball in der Spielfeldmitte. Eine Strafe, ein 17 Yard-Lauf von Davis und ein 23 Yard-Pass von Elway zu Fullback Howard Griffith brachte die Denver Broncos kurz vor die Endzone der Packers. Schliesslich erlief Davis aus einem Yard seinen dritten Rushing-Touchdown des Tages und erzielte damit einen neuen Super Bowl-Rekord. Aber die Packers gaben sich noch nicht geschlagen, verblieb doch noch genügend Zeit für ein Comeback. Favre führte denn auch sein Team mit schnellen Pässen übers Spielfeld, doch der Broncos-Verteidigung gelang es schliesslich, die Packers an der eigenen 31 Yard-Linie Denvers zu stoppen. John Elway hatte endlich seinen Super Bowl-Ring.


26.01.1997, Louisiana Superdome, New Orleans, Louisana
 
Green Bay Packers - New England Patriots 35 - 21
MVP: Desmond Howard, KR/PR, Packers
Siegreicher Coach: Mike Holmgren

Nach 29 Jahren kehrte die Super Bowl-Trophäe dorthin zurück, wo ihr Namensgeber gewirkt hatte: Nach vielen Jahren im tiefen Tabellen-Keller kehrten die Green Bay Packers unter Mike Holmgren, der Bill Walshs «West Coast»-Offense zur Perfektion weiterentwickelt hatte, an die NFL-Spitze zurück und gewannen zum dritten Mal die Super Bowl. Die Packers legten im ersten Viertel los wie die Feuerwehr: Bereits beim zweiten Spielzug ihres ersten Drives fand Quarterback Brett Favre Wide Receiver Andre Rison über 54 Yards für die ersten Punkte und wenig später erhöhte Kicker Chris Jacke die Führung auf 10:0. Es hatte den Anschein, als würden die New England Patriots bei ihrer zweiten Super Bowl-Teilnahme ein ähnliches Schicksal ereilen, wie bei ihrer Kanterniederlage gegen die Chicago Bears in Super Bowl XX. Doch der 10 Punkte-Rückstand weckte die Patriots: Quarterback Drew Bledsoe führte die Patriots mit sechs Spielzügen 79 Yards übers Spielfeld und schloss den Drive mit einem 1 Yard-Pass zu Fullback Keith Byars ab. Und wenig später liess Bledsoe mit einem 4 Yard-Pass zu Fullback Ben Coates seinen zweiten Touchdown-Pass folgen. Nach dem ersten Quarter – dem punktereichsten Eröffnungsviertel in der Super Bowl-Geschichte – führten die von Bill Parcells gecoachten New England Patriots etwas überraschend mit 14:10 Punkten. Doch die favorisierten Green Bay Packers zeigten sich wenig beeindruckt: Im zweiten Spielabschnitt war noch keine Minute verstrichen, als Favre seinen ungedeckten Wide Receiver Antonio Freeman für 81 Yards und der erneuten Führung fand. Favre und Freeman stellten mit ihrem Spielzug einen neuen Super Bowl-Rekord für den längsten Pass auf, überboten sie doch die bisherige Bestmarke um ein Yard. Die Packers liessen jetzt nicht mehr locker, die Defense setzte Patriots-Quarterback Bledsoe kräftig unter Druck, was sich am Ende auch in der Statistik niederschlug: Bledsoe wurde fünfmal gesackt – drei der Sacks gingen dabei auf das Konto von Defensive End Reggie White – und warf vier Interceptions. Noch vor der Pause erhöhten die Packers durch ein 31 Yard-Field Goal von Jacke und einem 2 Yard-Lauf von Brett Favre auf 27:14. Trotz des klaren Rückstandes kamen die Patriots gut motiviert aus den Kabinen und es gelang ihnen, dem andauernden Druck der Green Bay Packers erfolgreich Paroli zu bieten. In der Mitte des dritten Viertels gelang ihnen zudem ein 53 Yard-Drive, welcher Running Back Curtis Martin mit einem 18 Yard-Lauf abschloss und so zum 27:21 verkürzte. Das Spiel schien wieder offen. Die Hoffnungen der Patriots wurden aber bereits beim nächsten Spielzug zerstört: Wide Receiver Desmond Howard, einer der gefürchtetsten Kick Returner in der NFL, trug das Anspiel von Kicker Adam Vinatieri über 99 Yard zum Touchdown in die Patriots-Endzone zurück. Favre verwandelte anschliessend eine Two-Point Conversion zu Tight End Mike Chmura. Der Kickoff-Return-Touchdown, der Howard die Wahl zum wertvollsten Spieler eintrug – zum erstenmal wurde ein Special Team-Spieler mit der Pete Rozelle-Trophy ausgezeichnet –, brach den Patriots das Genick: Im letzten Viertel resultierten keine Punkte mehr und die Vince Lombardi-Trophy kehrte nach beinahe drei Dekaden nach «Titeltown», Wisconsin, zurück.


28.01.1996, Sundevil Stadium, Tempe, Arizona
 
Dallas Cowboys - Pittsburgh Steelers 27 - 17
MVP: Larry Brown, CB, Cowboys
Siegreicher Coach: Barry Switzer

Nachdem 10 der letzten 12 Super Bowls mit deutlichen Siegen geendet hatten, lechzten die Football-Fans nach einem spannenden und dramatischen Endspiel. Die Pittsburgh Steelers nahmen die Herausforderung gegen die favorisierten Dallas Cowboys an und konnten die Partei auch tatsächlich spannend gestalten. Zwei Interceptions durch Cowboys-Cornerback Larry Brown beendeten allerdings die Hoffnungen der Steelers auf einen fünften Super Bowl-Sieg. Stattdessen kamen die Dallas Cowboys zu ihrem fünften Triumph im grossen Spiel und zogen mit den San Francisco 49ers gleich. Die Pittsburgh Steelers führten in Super Bowl XXX zu keinem Zeitpunkt, eröffneten doch die Dallas Cowboys gleich bei ihrem ersten Drive mit einem 42 Yard-Field Goal durch Kicker Chris Boniol das Score. Und auch bei den beiden folgenden Angriffsserien kamen die Cowboys zu Punkten: Zuerst fand Quarterback Troy Aikman Tight End Jay Novacek mit einem 3 Yard-Pass in der Steelers-Endzone, anschliessend baute Boniol mit einem 35 Yard-Field Goal die Führung auf 13:0 aus. Kurz vor der Pause verkürzten die Pittsburgh Steelers den Spielstand: Wide Receiver Yancey Thigpen fing einen 6-Yard-Pass von Steelers-Quarterback Neil O’Donnell in der Cowoboys-Endzone. Zur Pause führten die Texaner bei ihrer achten Super Bowl-Teilnahme mit 13:7 und die Chancen der Pittsburgh Steelers waren für die zweite Hälfte durchaus intakt. Doch Larry Browns erste Interception in der Mitte des dritten Quarters beendeten diese Hoffnungen. Wegen eines Missverständnisses mit seinen Receivern passte O’Donnell an der Cowboys 38 Yard-Linie in eine Region, in welcher weit und breit keiner seiner Passempfänger zu entdecken war, so dass Brown O‘Donnells Pass ohne Bedrängnis abfangen und bis zur 18 Yard-Linie der Steelers zurücktragen konnte. Ein Pass von Aikman zu Wide Receiver Michael Irvin brachte die Cowboys anschliessend an die 1 Yard-Linie, von wo Running Back Emmitt Smith den Ball zur 20:7-Führung in die Steelers-Endzone trug. Im letzten Viertel verkürzten die Steelers durch ein 46 Yard-Field Goal von Kicker Norm Johnson auf 20:10. Das Special Team der Pittsburgh Steelers eroberte den anschliessenden Onside-Kick und Running Back Bam Morris verkürzte sechseinhalb Minuten vor Schluss aus einem Yard auf 20:17. Die Hoffnungen der Steelers wuchsen weiter, als es der Defense gelang, die Cowboys beim nächsten Drive zum Punt zu zwingen. Doch zwei Angriffsspielzüge später fing Brown erneut einen Pass O’Donnells ab und Emmitt Smith erzielte aus 4 Yards seinen zweiten Touchdown des Tages. Gemäss der NFL-Alltime-Statistik führte Neil O’Donnell zum Zeitpunkt von Super Bowl XXX die Quarterbacks mit den wenigsten Interceptions pro Pass-Versuch an, doch an diesem Tag hatte der ansonsten so sichere Spielführer wenig Glück: Kurz vor Schluss wurde ein dritter Pass abgefangen, so dass auch der letzte, verzweifelte Comeback-Versuch scheiterte und die Pittsburgh Steelers bei ihrer fünften Super Bowl-Teilnahme ihre erste Niederlage hinnehmen mussten.


29.01.1995, Joe Robbie Stadium, Miami, Florida
 
San Francisco 49ers - San Diego Chargers 49 - 26
MVP: Steve Young, QB, 49ers
Siegreicher Coach: George Seifert

Der Feuerwerks-Rauch der Pregame-Show hatte sich kaum verzogen, da führten die San Francisco 49ers dank zweier weiten Pässe von Quarterback Steve Young bereits mit 14:0-Punkten. Diese schnelle Führung der 49ers kam insofern überraschend, weil die San Diego Chargers die Super Bowl vorallem dank einer überragenden Defense-Leistung im AFC Championship Game gegen die Pittsburgh Steelers erreicht hatten. Die Chargers antworteten auf die frühe Führung der 49ers mit einem beeindruckenden 78 Yard-Drive, welcher mehr als 7 Minute dauerte und durch einen 1 Yard-Touchdown-Lauf durch Running Back Natrone Means abgeschlossen wurde. Doch dieser Drive sollte das einzig wahre Highlight für die Chargers bleiben, denn bereits im Gegenzug erzielten die 49ers dank eines 5 Yard-Passes von Young zu Fullback William Floyd ihren dritten Touchdown. Der überragende Spieler der Super Bowl XXIX war 49ers-Quarterback Steve Young. Er komplettierte 24 seiner 36 Pässe und erzielte damit 325 Yards und stellte mit 6 Touchdown-Pässen einen neuen, bis heute gültigen Super Bowl-Rekord auf. Young, der zum wertvollsten Spieler der Super Bowl gewählt wurde, trat mit seiner Leistung und dem Sieg in Super Bowl XXIX endgültig aus dem Schatten seines grossen Mentors Joe Montana. Noch vor der Pause erzielte Young mit einem 8 Yard-Pass zu Running Back Ricky Watters seinen vierten Touchdown-Pass. Den Chargers auf der Gegenseite gelang nur ein 31 Yard-Field Goal durch Kicker John Carney, so dass die Südkalifornier zur Pause mit 18 Punkten in Rückstand lagen. Doch auch nach der Pause bauten die 49ers ihre Führung dank eines geschickten Angriffsplans, der vor allem Linebacker Junior Seau, den Pro Bowl-Verteidiger der San Diego Chargers, aus dem Spiel nahm, kontinuierlich aus: Zuerst erzielte Running Back Ricky Watters nach zwei Pass-Touchdowns aus 9 Yards auch einen Touchdown auf dem Boden. Und anschliessend fing Wide Receiver Jerry Rice seinen zweiten Touchdown-Pass. Den anschliessenden Kickoff der 49ers trug Chargers-Kick Returner Andre Coleman über 98 Yards in die Endzone San Franciscos zurück. Die anschliessende, erfolgreiche Two-Point Conversion – ein Pass von Chargers-Quarterback Stan Humphries zu Wide Receiver Mark Seay – war die erste Two-Point Conversion in der Super Bowl-Geschichte. Die Partie war bei einem Spielstand von 42:18 natürlich längst entschieden, doch beide Teams zauberten weitere Punkte auf die Anzeigetafel: Steve Young fand erneut Jerry Rice für einen Touchdown, diesesmal über 7 Yards. Und auch Chargers-Quarterback Stan Humphries kam noch zu einem Touchdown-Pass – er fand über 30 Yards Wide Receiver Tony Martin – und verwandelte anschliessend eine weitere Two-Point Conversion, diesmal mit einem Pass zu Tight End Alfred Pupunu. Super Bowl XXIX brachte nebst Youngs Touchdown-Rekord noch weitere Rekorde: Die San Francisco 49ers siegten als erstes Team zum fünften Mal in einer Super Bowl. Mit 75 Punkten ist Super Bowl XXIX zudem bis zum heutigen Tage die punktereichste Super Bowl der NFL-Geschichte. Und Chargers-Backup Quarterback Gale Gilbert verlor zum fünften Mal in Folge eine Super Bowl: In den vier Jahren zuvor war er der Thirdstring Quarterback der Buffalo Bills gewesen.


30.01.1994, Goergia Dome, Atlanta, Georgia
 
Dallas Cowboys - Buffalo Bills 30 - 13
MVP: Emmith Smith, RB, Cowboys
Siegreicher Coach: Jimmy Johnson

Super Bowl XXVIII setzte in mehrerer Hinsicht Meilensteine: Es war die erste Super Bowl, in welcher die beiden Teams der letzten Super Bowl zur direkten Revanche aufeinandertrafen. Sie brachte desweiteren den vierten Super Bowl-Sieg der Dallas Cowboys, welche damit mit den Pittsburgh Steelers und den San Francisco 49ers gleichzogen. Für die Buffalo Bills war es auf der anderen Seite die vierte Super-Bowl-Niederlage, eine traurige Ehre, welche sie mit den Minnesota Vikings und den Denver Broncos teilten. Schlimmer noch: Für die Buffalo Bills war es die vierte Endspiel-Niederlage in Folge, etwas was es bis dato in keiner der vier grossen amerikanischen Sportarten je gegeben hat. Dabei sah es für die Buffalo Bills nach der ersten Halbzeit eigentlich ganz gut aus, gingen sie doch mit einer 13:6-Führung in die Pause. Das Score wurde zwar von den Dallas Cowboys mit einem 41 Yard-Field Goal durch Eddie Murray eröffnet, doch Bills-Kicker Steve Christie erzielte mit dem längsten Field Goal der Super Bowl-Geschichte aus 54 Yards den Ausgleich. Cowboys-Kicker Murray erzielte aus 24 Yards erneut die Führung für sein Team, bevor Bills-Running Back Thurman Thomas mit einem 4 Yard-Touchdown-Lauf seine Mannschaft erneut in Front brachte. Christie baute mit einem 28 Yard-Field Goal den Vorsprung der Bills anschliessend weiter aus. Nach der Pause wurden aber Erinnerungen an Super Bowl XXVII wach: 34 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte schlug Dallas-Defensive Tackle Leon Lett Bills-Running Back Thurman Thomas den Ball aus dem Arm und Safety James Washington eroberte den Ball, welcher er anschliessend 46 Yards in die Endzone der Bills zurücktrug. Die Cowboys hatten unerwartet ausgeglichen und die Bills schienen anschliessend wie gelähmt. Die Texaner zwangen die Bills bei der nächsten Angriffsserie zum Punt und kontrollierten in der Folge die Partei mit einem starken Laufspiel. Der nächste Drive der Cowboys führte über 64 Yards, wobei Running Back Emmitt Smith für 61 Yards verantwortlich zeichnete. Smith schloss den Drive mit einem 15 Yard-Lauf ab und brachte sein Team mit 20:13 in Führung. Der nächste Touchdown wurde erneut durch einen Turnover vorbereitet: Cowboys-Safety James Washington fing einen Pass von Bills-Quarterback Jim Kelly ab. Und wiederum kontrollierten die Cowboys die Uhr mit Laufspiel und erneut schloss Emmitt Smith den Drive mit einem Touchdown-Lauf, diesemal aus einem Yard, ab. Smith beendete das Spiel mit 132 Yards und wurde zum wertvollsten Spieler gewählt. Den Schlusspunkt setzte Cowboys-Kicker Eddie Murray mit einem Field Goal aus 20 Yards.


31.01.1993, Rose Bowl, Pasadena, California
 
Dallas Cowboys - Buffalo Bills 52 - 17
MVP: Troy Aikman, QB, Cowboys
Siegreicher Coach: Jimmy Johnson

Die Regel, die besagt, das jenes Team, welches mehr Turnovers verschuldet, das Spiel verliert, erfuhr in Super Bowl XXVII eine eindrückliche Bestätigung: Die Buffalo Bills verloren den Ball neunmal – 5 Fumbles und 4 Interceptions – an die Dallas Cowboys und die Texaner münzten diese Turnovers mit schöner Regelmässigkeit in Punkte um. Ironischerweise schien das Spiel zu Beginn für die Buffalo Bills zu laufen, die in den beiden Vorjahren die Super Bowl jeweils verloren hatten: Special Teamer Steve Tasker blockte einen Punt von Mike Saxon und wenig später erzielte Running Back Thurman Thomas aus zwei Yards die 7:0-Führung für die Buffalo Bills. Doch dann begann die Zeit der Turnovers: Cowboys Safety James Washington fing einen Pass von Bills-Quarterback Jim Kelly ab und trug den Ball in die Platzhälfte der Bills. Wenig später fand Dallas-Quarterback Troy Aikman Tight End Jay Novacek in der Endzone. Beim ersten Spielzug des nächsten Drives der Bills sackte Dallas-Defensive End Charles Haley Kelly, wobei der Ball unkontrolliert in die Luft geschlagen wurde. Defensive Tackle Jimmie Jones pflückte den Ball aus der Luft und erhöhte aus 2 Yards auf 14:7 für die Cowboys. Beim nächsten Drive kam es für die Bills noch schlimmer: Dallas-Linebacker Ken Norton verletzte Jim Kelly unglücklich an jenem Knie, mit welchem der Bills-Quarterback bereits während der ganzen Saison Probleme hatte. Kelly musste das Spiel verlassen und das Feld Backup Quarterback Frank Reich überlassen. Die Buffalo Bills verkürzten im zweiten Viertel dank eines 21 Yard-Field Goals durch Steve Christie auf 14:10, doch die Cowboys antworteten umgehend mit einem langen Drive, welcher Aikman mit einem 19 Yard-Pass zu Wide Receiver Michael Irvin abschloss. Beim nächsten Drive fumbelte Bills-Running Back Thurman Thomas und ein 18 Yard-Pass von Aikman zu Irvin brachte weitere 7 Punkte für die Cowboys auf die Anzeigetafel. In der zweiten Hälfte bauten die Cowboys ihren Vorsprung durch ein Field Goal von Kicker Lin Elliott weiter aus, bevor kurz vor Schluss des dritten Viertels Bills-Quarterback Frank Reich mit einem 40 Yard-Touchdown-Pass zu Wide Receiver Don Beebe den Spielstand auf 31:17 verkürzte. Doch wie im Vorjahr wurde die aufkeimende Hoffnung der Bills durch den Gegner schnell zerstört, denn die Cowboys erzielten im vierten Spielabschnitt drei weitere Touchdowns: Zuerst fand Aikman mit seinem vierten Touchdown-Pass des Tages Wide Receiver Alvin Harper. Cowboys Running-Back Emmitt Smith – der das Spiel mit 108 Yards beendete – erzielte anschliessend aus 10 Yards das 45:17. Der letzte Touchdown des Spiels wurde dann erneut – und für Super Bowl XXVII typisch – durch einen Turnover eingeleitet: Dallas-Linebacker Ken Norton sicherte sich einen Fumble der Bills und trug ihn 9 Yards in die Buffalo-Endzone zurück.


26.01.1992, Metrodome, Minneapolis, Minnesota
 
Washington Redskins - Bufallo Bills 37 - 24
MVP: Mark Rypien, QB, Redskins
Siegreicher Coach: Joe Gibbs

Mit dem Sieg in Super Bowl XXVI wurde Washingtons-Head Coach Joe Gibbs der dritte Coach in der NFL-Geschichte, welcher drei Super Bowls für sich entscheiden konnte. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass seine drei Super Bowl-Teams von drei verschiedenen Quarterbacks angeführt wurden: Gewann Gibbs in Super Bowl XVII mit Joe Theismann als Spielführer, so war es in Super Bowl XXII Doug Williams. Und in Super Bowl XXVI führte Quarterback Mark Rypien das Team zum Sieg und wurde für seine Leistung zum wertvollsten Spieler der Super Bowl gewählt. Der dritte Super Bowl-Sieg der Washington Redskins innert 10 Jahren kann vor allem auf die eindrückliche Leistung der Offense zurückgeführt werden: Der Redskins-Angriff erzielte total 417 Yards, Rypien passte für 292 Yards und zwei Touchdowns und die Wide Receiver Gary Clark und Art Monk fingen je 7 Pässe für 114 bzw. 113 Yards. Nach einem punktelosen ersten Viertel übernahmen die Washington Redskins im zweiten Spielabschnitt die Kontrolle: Nach einem 34 Yard-Field Goal durch Chip Lohmiller erzielte Rypien mit einem 10 Yard-Pass zu Running Back Ernest Byner den ersten Touchdown des Tages. Running Back Gerald Riggs erzielte anschliessend aus einem Yard die 17:0-Pausenführung der Redskins. Die Buffalo Bills kamen in der ersten Hälfte nicht auf Touren. Was auch damit zu tun hatte, dass Thurman Thomas – mit 1'407 Yards der beste Running Back der NFL – zu Beginn des Spiels der Helm abhanden gekommen war, wodurch er die erste Angriffsserie verpasste und viel Unruhe in die Reihen seiner Mannschaft brachte. Als die Bills in der zweiten Hälfte aus ihrer Lethargie erwachten, war das Spiel eigentlich bereits gelaufen, nachdem Gerald Riggs mit seinem zweiten Touchdown-Lauf aus kurzer Entfernung den Vorsprung der Redskins auf 24 Punkte ausgebaut hatte. Riggs zweitem Touchdown-Lauf war eine Interception durch Redskins-Linebacker Kurt Gouveia vorhergegangen. Die Buffalo Bills kamen im dritten Quarter mit einem 21 Yard-Field Goal durch Kicker Scott Norwood erstmals auf die Anzeigetafel. Wenig später erzielte Thomas aus einem Yard den ersten Bills-Touchdown des Spiels. Den aufkeimenden Hoffnungen im Lager der Buffalo Bills wurde aber durch die Washington Redskins ein schnelles Ende bereitet: Rypien passte über 30 Yards zu Wide Receiver Gary Clark für weitere 7 Punkte. Und anschliessend baute Kicker Chip Lohmiller den Vorsprung mit zwei Field Goals aus 25 und 39 Yards weiter aus. Die Buffalo Bills versuchten im vierten Quarter, angeführt von Quarterback Jim Kelly, ein Comeback, doch die beiden Touchdowns durch Tight End Pete Metzelaars und Wide Receiver Don Beebe waren zuwenig und kamen zu spät – die Bills verloren die Super Bowl zum zweiten Mal in Folge.


27.01.1991, Tampa Stadium, Tampa, Florida
 
New York Giants - Buffalo Bills 20 - 19
MVP: Ottis Anderson, RB, Giants
Siegreicher Coach: Bill Parcells

Scott Norwoods Field Goal-Kick aus 47 Yards gehört zu den erinnerungswürdigsten Szenen der Super Bowl-Geschichte, vorallem weil er die Super Bowl XXV entschied – allerdings zu ungunsten von Norwoods Team, den Buffalo Bills. Norwoods Kick aus einer zwar schwierigen, aber dennoch machbaren Distanz segelte rechts am Torpfosten vorbei und die New York Giants konnten sich über ihren zweiten Sieg in einer Super Bowl freuen. Die Super Bowl zum silbrigen Jubiläum war die knappeste Entscheidung der Super Bowl-Geschichte, entschieden durch einen einzigen Punkt. Was diese Austragung der Super Bowl für die Experten so interessant macht, ist der Gegensatz der Offense-Spielsysteme der beiden Teams. Auf der einen Seite die New York Giants, welche mit Laufspiel und kurzen, schnellen Pässen auf Ballkontrolle setzten, auf der anderen Seite die Buffalo Bills, welche mit ihrer explosiven «No Huddle»-Offense die Fans begeisterten und zusätzlich mit Running Back Thurman Thomas über eine brandgefährliche Waffe im Laufspiel verfügten. Wie sich zeigen sollte, war in diesem Kampf der Systeme der Stil der Giants der erfolgsversprechendere: Sie kontrollierten mit ihrem Spiel den Ball während mehr als 40 Minuten und hielten so die gefährliche Offense der Bills vom Spielfeld fern. Die Super Bowl XXV wurde zudem von unerwarteten Figuren geprägt. Zum einen wäre da Giants-Backup Quarterback Jeff Hostetler zu nennen, welcher den während den Saison verletzten Phil Simms zu ersetzten hatte. Hostetler spielte wenig spektakulär, aber sehr solide und erzielte mit 222 Pass-Yards mehr Raumgewinn als sein Konterpart Jim Kelly. Und Running Back Ottis Anderson trug sich im Alter von 34 Jahren bereits mit Rücktrittsgedanken, bevor er 105 Yards und einen Touchdown erzielte und zum wertvollsten Spieler der Super Bowl gewählt wurde. Nachdem die Kicker Matt Bahr und Scott Norwood das Score mit je einem Field Goal im ersten Viertel eröffnet hatten, gelang es den Bills dank einem Touchdown-Lauf von Running Back Don Smith und einem Safety durch Defensive End Bruce Smith vorübergehend leicht wegzuziehen. Ein 14 Yard-Pass von Hostetler auf Wide Receiver Stephen Baker zur 12:10-Pausenführung für die Bills liess das Spiel aber wieder spannend werden. In der zweiten Halbzeit gelang es den Giants das Spiel zu kontrollieren und den Ball erfolgreich zu bewegen: Ihr erster Drive nach der Pause dauerte volle 9 Minuten und 29 Sekunden und wurde von Anderson mit einem 1 Yard-Lauf in die Endzone abgeschlossen. Die Buffalo Bills konterten zu Beginn des vierten Quarters mit einem 31 Yard-Touchdown-Lauf durch Thomas und holten sich die Führung zurück. Im Anschluss kontrollierten die Giants erneut das Spiel und die Uhr – in der zweiten Hälfte stand die Offense der Buffalo Bills nur gerade 8 Minuten auf dem Feld – und in der Mitte des letzten Spielabschnitts gingen sie erneut mit 20:19 in Führung. Zwar führte Jim Kelly seinen Angriff anschliessend von der eigenen 10 Yard-Linie bis tief ins Territorium der New Yorker. Doch an der 29 Yard-Linie der Giants wurden die Bills gestoppt und der Ausgang des anschliessenden Field Goal-Versuchs ging in die Super Bowl-Geschichte ein.


28.01.1990, Louisiana Superdome, New Orleans, Louisiana
 
San Francisco 49ers - Denver Broncos 55 - 10
MVP: Joe Montana, QB, 49ers
Siegreicher Coach: George Seifert

An diesem Abend passte für die San Francisco 49ers buchstäblich alles zusammen: Quarterback Joe Montana komplettierte 22 von 29 Pässen für 297 Yards und 5 Touchdowns, Wide Receiver Jerry Rice fing 7 Pässe für 148 Yards, darunter drei Touchdown-Pässe und Fullback Tom Rathman, einer der Lieblinge der 49ers-Fans, steuerte auf dem Boden zwei Touchdown-Läufe zum bis heute deutlichsten Sieg in einer Super Bowl bei. Die Angriffsmaschinerie der San Francisco 49ers lief das ganze Spiel über wie am Schnürchen, in jedem Viertel erzielten sie zwei Touchdowns. Das Score eröffnete Rice nach einem 20 Yard-Pass von Joe Montana. Die Denver Broncos konnten zu diesem Zeitpunkt noch dagegenhalten und erzielten durch Kicker David Treadwell ein Field Goal. Doch noch vor Ende des Viertels erzielte Montana mit einem 7 Yard-Pass auf Tight End Brent Jones seinen zweiten Touchdown. Der anschliessende, von Mike Cofer verschossene Extrapunkt kann als das einzige Missgeschick der 49ers im gesamten Spiel bezeichnet werden. Im zweiten Viertel erhöhte Fullback Tom Rathman das Score mit einem Touchdown-Lauf aus einem Yard weiter und Jerry Rice stellte nach einem 38 Yard-Touchdown-Pass von Joe Montana die 27:3-Pausenführung der 49ers sicher. Im selben Stil ging es nach der Pause weiter: Montana fand erneut Rice für einen Touchdown, diesesmal über 28 Yards. Und auch Wide Receiver John Taylor durfte ran: Er fing einen 35 Yard-Pass von Montana, womit dieser einen neuen Super Bowl-Rekord von 5 Touchdown-Pässen aufstellte. Anschliessend kamen die Denver Broncos beim Stand von 41:3 endlich auch wieder zu Punkten: Elway schloss einen Drive der Broncos mit einem 4 Yard-Lauf ab. Im letzten Spielabschnitt versuchten die 49ers das Spiel zu kontrollieren und den Vorsprung zu verwalten. Wegen der mangelnden Gegenwehr der Broncos-Verteidigung gelangen ihnen aber auch jetzt noch weitere Punkte: Zuerst steuerte Tom Rathman aus 3 Yards seinen zweiten Touchdown bei, anschliessend besiegelte Running Back Roger Craig aus einem Yard die deutliche 55:10-Niederlage der Denver Broncos. Bereits zum dritten Mal wurde 49ers-Quarterback Joe Montana zum wertvollsten Spieler einer Super Bowl gewählt. Und San Francisco-Head Coach George Seifert, welcher vor der Saison den grossen alten Mann bei den 49ers, Bill Walsh, abgelöst hatte, wurde nach Baltimore-Head Coach Don McCafferty (Super Bowl V) erst der zweite Coach in der NFL-Geschichte, welcher die Vince Lombard-Trophy gleich in seiner ersten Saison als Head Coach in Empfang nehmen durfte.


22.01.1989, Joe Robbie Stadium, Miami, Florida
 
San Francisco 49ers - Cincinnati Bengals 20 - 16
MVP: Jerry Rice, WR, 49ers
Siegreicher Coach: Bill Walsh

An Super Bowl XXIII sollte man sich in Cincinnati noch lange erinnern. Nicht nur gelang es den Bengals den favorisierten San Francisco 49ers während des Spiels Paroli zu bieten, es fehlten den Bengals, welche in der folgenden Dekade zu einem der schlechtesten Teams der NFL werden sollten, nur gerade 34 Sekunden zu ihrem grössten Triumph. Sie mussten sich aber schlussendlich dem unwiderstehlichen Spiel des Joe Montana geschlagen geben. Mit 3 Minuten und 10 Sekunden auf der Uhr gingen die Cincinnati Bengals durch ein 40 Yard-Field Goal ihres Kickers Jim Breech mit 16:13 in Führung. Doch 3 Minuten und 10 Sekunden können im Football eine Ewigkeit sein, besonders wenn der gegnerische Quarterback Joe Montana heisst. Mit sicherem Gespür für seine Receiver führte Montana sein Team in 11 Spielzügen 92 Yards übers Feld und schloss den Drive 34 Sekunden vor Schluss mit einem 10 Yard-Pass zu Wide Receiver John Taylor ab. Mit total 357 Yards stellte Joe Montana einen neuen Super Bowl-Passing-Rekord auf. Dabei konnte er vor allem auf die sicheren Hände von Wide Receiver Jerry Rice setzten, welcher 11 Pässe für unglaubliche 215 Yards fing – ein Super Bowl-Rekord, welcher bis zum heutigen Tag Bestand hat. Die Wahl des wertvollsten Spielers war denn auch kanpp, fiel aber letztendlich zugunsten Rices aus, auch weil Montana bereits zwei MVP-Titel in seinem Palmarés stehen hatte. In der ersten Spielhälfte fielen kaum Punkte, die beiden Teams tauschten einzig Field Goals aus: Mike Cofer brachte die 49ers im ersten Viertel aus 41 Yards in Front, Jim Breech glich im zweiten Viertel aus 43 Yards aus. Die Defenses hielten die Angriffsreihen auch zu Beginn der zweiten Hälfte gut im Griff, so dass weiterhin die Kicker für die Punkte zu sorgen hatten: Breech brachte die Bengals aus 43 Yards in Führung, bevor Cofer aus 32 Yards ausgleichen konnte. Die Bengals übernahmen erneut die Führung nachdem beim anschliessenden Anspiel Kick Returner Stanford Jennings den Ball über 93 Yards in die Endzone der 49ers zurücktrug. In der Folge übernahmen aber Montana und Rice das Spiel: Montana passte zweimal zum überragenden Wide Receiver, einmal über 31 Yards und einmal über 14 Yards, letzterer Pass führte zum Touchdown und zum 13:13-Ausgleich. Anschliessend eroberten die von Quarterback Boomer Esiason angeführten Bengals mit einem 40 Yard-Field Goal durch Breech die Führung erneut zurück und nagelten die 49ers beim anschliessenden Kickoff an deren eigenen 8 Yard-Linie fest. Doch für eine der besten Offenses, welche die NFL je gesehen hat, war auch diese Aufgabe nicht unlösbar, wie sich innert weniger als drei Minuten zeigen sollte. 49ers-Guard Randy Cross drückte dies später so aus: «Wir standen im Huddle, 92 Yards vor uns. Aber wir wussten, selbst wenn wir Montana übers ganze Spielfeld tragen müssten, wir würden diesen Touchdown bekommen.


31.01.1988, Jack Murphy Stadium, San Diego, California
 
Washington Redskins - Denver Broncos 42 - 10
MVP: Doug Williams, Redskins
Siegreicher Coach: Joe Gibbs

Es war eine Super Bowl der Rekorde und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. Die Stichworte dazu sind Doug Williams, Timmy Smith und ein unglaubliches zweites Viertel. Gleich zu Beginn sah es nach einer Kanternniederlage aus, eine allerdings bei welcher John Elway und die Denver Broncos das bessere Ende für sich haben würden: Wide Receiver Ricky Nattiel, einer der «Three Amigos» auf den Wide Receiver-Positionen der Broncos, eröffnete gleich beim ersten Spielzug nach einem 56 Yard-Pass von John Elway das Score. Den Washington Redskins gelang hingegen gar nichts und so konnten die Broncos bis zur Viertelspause ihre Führung dank einem 24 Yard-Field Goal von Rich Karlis ausbauen. Niemand konnte ahnen, dass das Spiel 15 Minuten später zuungunsten der Broncos entschieden sein sollte. Redskins-Quarterback Doug Williams, welcher im ersten Viertel das Spiel wegen einer Knie-Verletzung kurzzeitig hatte verlassen müssen, kehrte ins Spiel zurück und lieferte ein beeindruckendes Viertel ab. Zuerst fand er mit einem 80 Yard-Pass Wide Receiver Ricky Sanders, welcher die erste Punkte für die Redskins auf die Anzeigetafel zauberte. Beim nächsten Drive fand Williams dann Wide-Receiver Kollege Gary Clark für 27 Yards, einen zweiten Touchdown und die Führung für die Washington Redskins. Auch die Verteidigung der Redskins lief nun zur Höchstform auf: Sie sackte Elway fünf Mal und fing drei seiner Pässe ab, wobei Cornerback Barry Wilburn gleich für zwei dieser Interceptions verantwortlich zeichnete. Neben dem Passspiel lief es auch im Laufspiel bestens. Etwas überraschend trug Rookie Running Back Timmy Smith die Hauptlast des Laufsspiels. Und dies tat er meisterhaft: Er, der während der ganzen Saison gerademal für 126 Yards den Ball getragen hatte, torpedierte mit 202 Yards den bis dahin gültigen Super Bowl-Rekord von Raiders-Running Back Marcus Allen. Smiths Rekord hat bis heute seine Gültigkeit behalten. Mit einem 58 Yard-Lauf erzielte Smith den dritten Touchdown der Redskins im zweiten Viertel. Nach Smiths Touchdown-Lauf übernahm Quarterback Doug Williams wieder das Ruder und feuerte einen zweiten Touchdown-Pass zu Ricky Sanders, diesmal über 50 Yards. Und noch vor dem Halbzeitpfiff fand er Tight End Clint Didier mit einem 8 Yard-Pass. Die Super Bowl XXI war bereits zur Halbzeit entschieden. Die Denver Broncos erholten sich von diesem Punktefestival der Redskins zu keinem Zeitpunkt: Elway brachte im ganzen Spiel gerademal 14 von 38 Pässen an den Mann und Running Back Sammy Winder wurde bei 30 Yards gehalten. Die Redskins beschränkten sich in der zweiten Halbzeit vor allem darauf, den Vorsprung zu verwalten. Im vierten Viertel steuerte Timmy Smith mit einem 4 Yard-Lauf seinen zweiten Touchdown zum klaren 42:10-Sieg der Washington Redskins bei. Zum wertvollsten Spieler wurde Doug Williams gewählt, der bislang einzige schwarze Quarterback der NFL-Geschichte, der sein Team zu einem Super Bowl-Sieg führen konnte.


25.01.1987, Rose Bowl, Pasadena, California
 
New York Giants - Denver Broncos 39 - 20
MVP: Phil Simms, QB, Giants
Siegreicher Coach: Bill Parcells

Super Bowl XXI brachte John Elway, dem jungen Quarterback der Denver Broncos, die erste Teilnahme im grossen Spiel. Und er hatte mit seinem Drive im AFC Championship Game gegen die Cleveland Browns, der schlicht als «The Drive» in die NFL-Geschichte eingegangen ist, die Erwartungen hoch gesteckt. Elway tat sein Bestes um diesen Erwartungen gerecht zu werden: Er komplettierte in der ersten Halbzeit 13 von 20 Pässen für 187 Yards. Dank einem 4 Yard-Touchdown-Lauf durch Elway persönlich und einem Field Goal durch Kicker Rich Karlis gingen die Broncos denn auch mit einer 10:9-Führung in die Pause. Konnte John Elway in der ersten Hälfte überzeugen, so drückte sein Konterpart Phil Simms dem Spiel in der zweiten Halbzeit den Stempel auf – und wie. Simms fand seine Receiver wie im Schlaf, Ende des Spiels sollte er 22 seiner 25 Pässe an den Mann gebracht und für 268 Yards und 3 Touchdowns gepasst haben. Die 88 Prozent komplette Pässe stellen bis heute einen unerreichten Super Bowl-Rekord dar, genauso wie seine 10 kompletten Pässe in Folge während des dritten Viertels. Der erste Touchdown-Pass Simms kam im ersten Viertel, als er nach einem 78 Yard-Drive Backup Tight Ende Zeke Mowatt mit einem 6 Yard-Touchdown-Pass fand. Simms 13 Yard-Touchdown-Pass zu seiner Lieblingsanspielstation, Tight End Mark Bavaro, brachte die Giants mit 16:10 in Führung. Die New Yorker waren auf die Siegesstrasse eingeschwenkt, dies auch dank der Defense, welche den Broncos in sieben Angriffsspielzügen nur gerade zwei Yards zugestand und es so ihrer Offense ermöglichte, das Spiel zu kontrollieren. Ein 21 Yard-Field Goal durch Kicker Raul Allegre und ein 1 Yard-Lauf durch Running Back Joe Morris brachte den New York Giants nach drei Vierteln eine 26:10-Führung. Und die Giants – welche unbedingt nach beinahe zwanzig Jahren mit dem Lokalrivalen, den New York Jets (Sieger in Super Bowl III), gleichziehen wollten – vergrösserten den Vorsprung im letzten Viertel noch weiter: Nach einem 6 Yard-Pass Simms‘ zu Wide Receiver Phil McConkey lagen die Giants mit 33:10 vorne. Aber auch der Angriff der Broncos gab wieder Lebenszeichen von sich, allerdings blieb es bei einem 28 Yard-Field Goal durch Karlis. Giants-Running Back Ottis Anderson erzielte anschliessend die letzten Punkte für die New Yorker, bevor John Elway mit einem 47 Yard-Pass auf Wide Receiver Vance Johnson den Endstand von 39:20 herstellte. Phil Simms wurde unbestrittenermassen zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt. Simms machte aus seiner Genugtuung keinen Hehl, hatte er doch seit 1979, seit er im Draft von den New York Giants verpflichtet worden war, mit der Kritik der Medien in «Big Apple» leben müssen. «Für diese starke Leistung, hätte ich zuvor eigentlich doppelt so viel Kritik einstecken müssen», flachste Simms in den Medien. Kritik kam nach diesem Tag keine mehr.


26.01.1986, Louisiana Superdome, New Orleans, Louisiana
 
Chicago Bears - New England Patriots 46 - 10
MVP: Richard Dent, DE, Bears
Siegreicher Coach: Mike Ditka

Die New England Patriots galten vor der Super Bowl XX als das Team der Stunde: Knapp waren sie in die Playoffs gerutscht, hatten aber als bisher einziges Team in der NFL-Geschichte drei Playoff-Auswärtsspiele hintereinander gewonnen. Rein von der Papierform her waren die Patriots krasse Aussenseiter. Aber weshalb sollte dem Team der Stunde nicht eine weitere Überraschung gelingen? Es gelang ihnen nicht, stattdessen wurde Super Bowl XX zum Albtraum für das Team aus Boston. Die Patriots gingen zwar durch ein Field Goal von Tony Franklin früh im ersten Viertel mit 3:0 in Führung. Danach wurden sie aber von den Chicago Bears dominiert, wie selten ein Team in der Super Bowl-Geschichte zuvor. Zur Halbzeit lagen sie mit 23:3 Punkten zurück und ihre Offense unter der Leitung des jungen Quarterbacks Tony Eason musste durch die agressive 46-Defense der Bears und den zahlreichen Sacks einen Raumverlust von 19 Yards hinnehmen. Eason wurde noch im Verlaufe der ersten Halbzeit durch den erfahrenen Backup Quarterback Steve Grogan ersetzt. Von diesem Karriere-Knick, sollte sich Eason nie mehr erholen. Die Offense der Chicago Bears funktionierte hingegen wie eine gutgeschmierte Maschinerie und brachte regelmässig Punkte auf die Anzeigetafel: Neben drei Field Goals durch Kicker Kevin Butler punkteten die Bears mit einem 11 Yard-Touchdown-Lauf durch Fullback Matt Suhey und einem 2 Yard-Touchdown-Lauf durch Quarterback Jim McMahon. In der zweiten Hälfte kam die Offense der New England Patriots ein wenig besser ins Spiel, zu Punkten reichte es allerdings bei weitem nicht. Ganz im Gegensatz zu den Chicago Bears: McMahon erhöhte mit seinem zweiten Touchdown-Lauf das Score weiter auf 30:3 Punkte. Hatten die Patriots ihre Playoff-Spiele vor allem durch Turnovers für sich entschieden, so waren es diesmal sie, welche die Bälle leichtfertig abgaben: Die Defense der Bears forcierte total 6 Turnovers, darunter eine Interception von Reggie Phillips, welche der Defensive Back für 28 Yard zu einem Touchdown in die gegnerische Endzone zurücktrug. Zwei Spielzüge nach dem anschliessenden Kickoff verlor Patriots Wide-Receiver Cedric Jones den Ball erneut und die Bears schlossen auch diesen Drive mit Punkten ab. An der 1 Yard-Linie der Patriots wechselte Head Coach Mike Ditka Rookie Defensive Tackle William «The Refrigerator» Perry ein, welcher aus kurzer Distanz mit dem Ball in die Endzone stürmte. Perrys Touchdown signalisierte gewissermassen das Ende des Spiels, auch wenn noch mehr als ein Viertel zu spielen verblieb. Doch allen im Louisiana Superdome war klar, dass diese Super Bowl längst entschieden war. Das letzte Quarter brachte für die Patriots mit einem 8 Yard-Pass Grogans zu Wide Receiver Irving Fryar immerhin noch die Genugtuung auch noch einen Touchdown erzielt zu haben. Der Schlusspunkt setzte aber erneut die 46-Defense der Chicago Bears: Defense Tacke Henry Waechter brach durch die Offense Line der Patriots und brachte Grogan in der eigenen Endzone für einen Safety zu Boden. Es war ein durchaus typisches Ende für die 20. Super Bowl der NFL-Geschichte.


20.01.1985, Stanford Stadium, Palo Alto, California
 
San Francisco 49ers - Miami Dolphins 38 - 16
MVP: Joe Montana, QB, 49ers
Siegreicher Coach: Bill Walsh

In Super Bowl XIX standen sich die beiden effektvollsten Angriffsreihen, welche die NFL in der Mitte der 1980er Jahre sah, gegenüber: Auf der einen Seite die kontrollierte, auf kurze Pässe setzende «West Coast»-Offense von 49ers-Head Coach Bill Walsh, auf der anderen Seite die risikoreiche, auf grossen Raumgewinn ausgelegte Angriffsmaschinere von Dolphins-Head Coach Don Shula. Die Spielentscheidung fiel aber wie so oft in grossen Spielen in der Defense: Um das explosive Passspiel des jungen Miami-Quarterbacks Dan Marino unter Kontrolle bringen zu können, entschieden Walsh und seine Defense-Coaches über weite Strecken des Spiels mit sechs Defensive Backs zu spielen. Das Rezept zeitigte durchaus Erfolg: Marino passte zwar 50mal, brachte aber nur 29 dieser Pässe an den Mann. Weiter warf er im ersten Viertel zwar einen Touchdown-Pass, musste aber später zwei Interceptions hinnehmen. Auf der Gegenseite zeigte Joe Montana einmal mehr eine eindrückliche Leistung: Er erzielte mit 331 Pass-Yards einen neuen Super Bowl-Rekord und brachte 24 von 35 Pässe an seine Receiver, darunter drei Touchdown-Pässe. Das Score wurde im ersten Viertel durch ein 37 Yard-Field Goal von Dolphins-Kicker Uwe von Schamann eröffnet. Die 49ers konterten die Miami-Führung mit einem 33 Yard-Pass von Joe Montana zu Wide Receiver Carl Monroe. Doch Marino holte mit einem 2 Yard-Pass zu Tight End Dan Johnson noch im ersten Quarter die Führung für die Dolphins wieder zurück. Das zweite Viertel gehörte in der Folge aber voll und ganz den San Francisco 49ers, welche innerhalb von acht Minuten 21 Punkte auf die Anzeigetafel zauberten. Zuerst fand Montana mit einem 8 Yard-Pass Runing Back Roger Craig in der Endzone. Wenig später schloss er mit einem 6 Yard-Lauf einen Drive der 49ers gleich selber ab, gefolgt von einem 2 Yard-Touchdown-Lauf durch Craig. Gegen Ende der Halbzeit gestatteten die 49ers den Miami Dolphins durch Unachtsamkeiten innerhalb von einer halben Minute zwei Field Goals durch von Schamann, so dass sich der Rückstand der Dolphins mit 28:16 Punkten doch noch einigermassen in Grenzen hielt. Doch die kleine Hoffnung der Dolphins zerstob schnell: Die Verteidigung der San Francisco 49ers dominierte die zweite Halbzeit vollständig. Marinos Passpiel kam nie auf Touren und er erhielt auch von seinen Running Backs nur wenig Unterstützung, so dass die 49ers-Offense die Uhr kontrollieren konnte: Während des ganzen Spiels hielten die 49ers den Ball während mehr als 37 Minuten in den eigenen Reihen. Im dritten Viertel bauten die 49ers den Spielstand durch ein Field Goal von Ray Wersching und einem 16 Yard-Pass von Montana auf Craig weiter aus, bevor sie sich im vierten Spielabschnitt darauf beschränkten den Sieg sicher nach Hause zu bringen. 49ers-Quarterback Joe Montana wurde als dritter Spieler zum zweitenmal zum wertvollsten Spieler einer Super Bowl gewählt. Und viele Beobachter gaben trotz nicht überragender Leistung auch Montanas jungem Gegenpart Dan Marino eine grosse Zukunft. Diese sollte er auch haben – alleine: Super Bowl XIX blieb sein einziges Gastspiel im grossen Endspiel.


22.01.1984, Tampa Stadium, Tampa Florida
 
Los Angeles Raiders - Washington Redskins 38 - 9
MVP: Marcus Allen, RB, Raiders
Siegreicher Coach: Tom Flores

Kurz vor dem Anpfiff von Super Bowl XVIII streckte der Besitzer der Los Angeles Raiders, Al Davis, seinen Kopf in die Umkleidekabine seines Teams und brachte seine Erwartungen für das grosse Spiel auf den Punkt: «Just win, baby.» Seine Spieler nahmen sich den Wunsch ihres Besitzers zu Herzen und punkteten bereits in der ersten Spielhälfte mit der Offense, der Defense und den Special Teams. Mit einer 21:3-Führung zur Pause war die Super Bowl XVIII schon früh entschieden. Den Anfang im Punktereigen machte die Punt-Formation der Raiders: Special Teamer Derrick Jensen kämpfte sich durch die Defense der Redskins und blockte Jeff Hayes‘ Punt, welcher in die Endzone der Redskins kullerte, wo er von Jensen zum Touchdown gesichert werden konnte. Gleiches wäre wenig später beinahe auch den Redskins gelungen, doch Raiders-Punter Ray Guy brachte den Ball trotz eines zu hohen Snaps in höchster Bedrängnis gerade noch rechtzeitig in die Luft. Beim nächsten Ballbesitz der Raiders schloss Quarterback Jim Plunkett den Drive mit einem 12 Yard-Pass auf Wide Receiver Cliff Branch ab. Die Titelverteidiger aus der US-Hauptstadt verkürzten anschliessend mit einem 24 Yard-Field Goal durch Mike Moseley auf 14:3. Fehlten den Raiders noch Punkte durch ihre Defense. 12 Sekunden vor der Pause kamen die Redskins kurz vor ihrer eigenen Endzone nochmals in Ballbesitz. Anstatt das Spiel mit einem Laufspiel in die Halbzeit zu schicken, versuchte Quarterback Joe Theismann einen Swing-Pass zu Running Back Joe Washington, doch Linebacker Jack Squirek ging dazwischen, pflückte den Ball an der 5-Yard-Linie aus der Luft und schickte die Raiders mit einer 21:3-Führung in die Pause. Die Washington Redskins starteten ihre Aufholjagd mit einem eindrücklichen ersten Drive in der zweiten Halbzeit, welcher mit einem 1 Yard-Lauf durch Running Back John Riggins abgeschlossen werden konnte. Doch das Glück war den Redskins in der Folge nicht hold: Der anschliessende Extrapunkt wurde geblockt und die Redskins sollten keine weiteren Punkte mehr erzielen. Die Raiders-Cornerbacks Mike Haynes und Lester Hayes hielten das gefürchtete Receiver-Duo der Redskins, Art Monk und Charlie Brown, fest im Griff. Den endgültigen Todesstoss versetzte den Redskins Raiders-Running Back Marcus Allen. Zuerst schloss er einen Raiders-Drive mit einem 5 Yard-Lauf ab und wenig später, setzte er mit einem 74 Yard-Touchdown-Lauf einen neuen Super Bowl-Rekord. Einen solchen stellte auch seine Gesamtleistung von 191 erzielten Yards dar. Allens Wahl zum wertvollsten Spieler der Partie war folglich unbestritten. Im vierten Drittel erzielte Kicker Chris Bahr für die Raiders noch ein 21 Yard-Field Goal, womit das Team aus Los Angeles den bislang von Green Bay (Super Bowl I) und Pittsburgh (Super Bowl XIII) gehaltene Rekord bezüglich für die meisten erzielten Punkten übertraf.


30.01.1983, Rose Bowl, Pasadena, California
 
Washington Redskins - Miami Dolphins 27 - 17
MVP: John Riggins, RB, Redskins
Siegreicher Coach: Joe Gibbs

Die NFL-Saison von 1982 wurde durch den grossen Spielerstreik auf neun Spiele pro Team reudziert und die Playoffs wurden nach einer speziellen Formel und mit 16 Teams ausgetragen. Am Ende standen sich in Super Bowl XVII die Washington Redskins und die Miami Dolphins gegenüber. Mag der Weg in die Super Bowl für beide Teams ein spezieller gewesen sein, das Rezept der siegreichen Washington Redskins war es nicht: Kontrolliere den Ball durch Laufspiel und gewinne! Running Back John Riggins, welcher zum wertvollsten Spieler der Super Bowl gewählt wurde, erzielte 166 Yards Raumgewinn, ein neuer Super Bowl-Rekord. Massgeblichen Anteil daran hatte die Offensive Line der Redskins, bestehend aus Left Tackle Joe Jacoby, Left Guard Russ Grimm, Center Jeff Bostic, Right Guard Fred Dean und Right Tackle George Starke, welche als «The Hogs» bekannt waren. Die erste Halbzeit gehörte aber den Miami Dolphins. Bei ihrem zweiten Ballbesitz fand Quarterback David Woodley Wide Receiver Jimmy Cefalo mit einem kurzen Pass, doch der schnelle Ballfänger verwandelte das kurze Zuspiel in einen langen Touchdown-Pass. Die Redskins verkürzten im zweiten Viertel mit einem 31 Yard-Field Goal von Mike Moseley. Den anschliessenden Kickoff trug aber Defensive Back Fulton Walker 42 Yards zurück und die Dolphins stellten mit einem 20 Yard Field-Goal durch ihren in Deutschland geborenen Kicker Uwe von Schamann den alten Abstand umgehend wieder her. Die Redskins antworteten mit einem Drive, bei welchem für einmal vor allem auf das Passspiel gesetzt wurde: Quarterback Joe Theismann kompletierte 4 von 4 Pässen, eingeschlossen den 4 Yard-Touchdown-Pass zu Wide Receiver Alvin Garrett zum 10:10. Doch die Redskins konnten sich erneut des Ausgleichs nicht lange erfreuen, denn Kick Returner Walker trug den anschliessenden Kickoff übers ganze Spielfeld zur 17:10-Pausenführung der Dolphins. Der Kickoff-Return-Touchdown war die letzte sehenswerte Aktion der Miami Dolphins, die zweite Halbzeit wurde für sie zu einem veritablen Albtraum: Sie erzielten in der zweiten Hälfte gerademal 34 Yards, alle 11 Pässe der Miami Quarterbacks – Don Strock ersetzte den ineffektiven Woodley – fanden ihre Empfänger nicht. Bei Spielende standen den 400 Yards der Redskins nur 176 der Dolphins gegenüber. Den Ton der zweiten Halbzeit setzte Redskins-Quarterback Joe Theismann: Nach einem 20 Yard-Field Goal rettete er die Redskins mit seiner Geistesgegenwart. An der eigenen 18 Yard-Linie wurde ein Pass von Dolphins-Linebacker Kim Bokamer in die Luft geschlagen, doch bevor dieser den Ball kontrollieren konnte, brachte Theismann seine Hand dazwischen, schlug den Ball zu Boden und verhinderte so einen möglichen Touchdown für Miami. Der Offense-Spielzug der Partie kam wenig später: Bei einem vierten Versuch und einem fehlenden Yard tankte sich Riggins links durch die Defense Line der Dolphins und erzielte mit seinem 43 Yard-Lauf die erstmalige Führung für die Redskins. Und auch im nächsten Drive spielte Riggins eine überragende Rolle und trug bei 8 von 12 Spielzügen den Ball. Abgeschlossen wurde der Drive jedoch mit einem 6 Yard-Pass von Theismann zu Wide Receiver Charlie Brown.


24.01.1982, Pontiac Silverdome, Pontiac, Michigan
 
San Francisco 49ers - Cincinnati Bengals 26 - 21
MVP: Joe Montana, QB, 49ers
Siegreicher Coach: Bill Walsh

In Super Bowl XVI trafen zwei Teams aufeinander, welche zum erstenmal im grossen Spiel standen. Auf besonders eindrückliche Weise erreichten die 49ers die Super Bowl: Der meisterhafte, präzise 89 Yard-Drive im NFC Championship Game gegen die Dallas Cowboys, welcher mit einem spektakulären Passfang von Wide Receiver Dwight Clark in der rechten Ecke der Dallas-Endzone abgeschlossen wurde, ist als «The Catch» in die Football-Geschichte eingegangen. In der Super Bowl XVI sollte aber nicht die Offense der Kalifornier den Unterschied ausmachen, sondern die 49ers-Defense. Die Super Bowl nahm ihren Anfang mit zwei Turnovers: San Franciscos Amos Lawrence fumbelte den Eröffnungs-Kickoff, doch Safety Dwight Hicks eroberte den Ball wenig später mit einer Interception gegen Cincinnati-Quarterback Ken Anderson wieder zurück. Anschliessend orchestrierte 49ers-Quarterback Joe Montana erneut einen beeindruckenden 68 Yard-Drive, welcher mit einem 1 Yard-Lauf durch den Quarterback abgeschlossen wurde. Dabei sorgte San Franciscos Head Coach Bill Walsh für die notwendige Spannung mit Trickspielzügen, etwa jenem, bei welchem Montana den Ball Running Back Ricky Patton übergab, welcher in zu Wide Receiver Freddie Solomon weiterreichte, der den Ball zu Montana zurück warf, welcher dann über 14 Yards zu Tight End Charlie Young passte. Auch die nächsten Punkte der 49ers wurden durch einen Turnover tief im eigenen Territorium eingeleitet: Cornerback Eric Wright schlug Bengals-Wide Receiver Cris Collinsworth an der 8 Yard-Linie den Ball aus den Händen, der Fumble konnte von Cornerback Lynn Thomas gesichert werden. Der anschliessende 92 Yard-Drive wurde von Montana mit einem 11 Yard-Pass zu Running Back Earl Cooper abgeschlossen. Zwei Field Goals durch Ray Wersching aus 22 und 26 Yards erhöhte kurz vor der Pause den Vorsprung der 49ers auf 20 Punkte – zur Pause schien die Super Bowl XVI entschieden. In der zweiten Halbzeit kamen die Bengals aber tüchtig auf und verkürzten mit einem 5 Yard-Lauf durch Quarterback Anderson auf 20:7. Ende des dritten Viertels standen die Bengals zudem erneut an der 3 Yard-Linie der 49ers. Beim ersten Versuch trug Bengals-Fullback Pete Johnson den Ball an die 1 Yard-Linie – beste Aussichten auf weitere Punkte für die Bengals. Doch die 49ers-Defense hielt bei den nächsten drei Versuchen dem Ansturm der Bengals-Running Backs stand und Cincinnati musste den Ball kurz vor der Endzone den 49ers überlassen. Die Cincinnati Bengals verkürzten im vierten Quarter zwar mit einem 4 Yard-Pass von Ken Anderson zu Tight End Dan Ross auf 20:14, doch langsam aber sicher lief ihnen die Zeit davon. Die 49ers kontrollierten das Spiel und ermöglichten Wersching zwei weitere Field Goals aus 40 und 23 Yards. Cincinnati versuchte nochmals ein Comeback, es reichte allerdings nur noch zu einem weiteren Touchdown-Pass Andersons zu Ross und die 49ers brachten das Spiel sicher über die verbleibende Zeit.


25.01.1981, Louisiana Superdome, New Orleans, Louisiana
 
Oakland Raiders - Philadelphia Eagles 27 - 10
MVP: Jim Plunkett, QB, Raiders
Siegreicher Coach: Tom Flores

Die Entscheidung in Super Bowl XV fiel innerhalb von zwei Minuten im ersten Viertel: Bei einer 7:0-Führung für die Oakland Raiders führte Philadelphia-Quarterback Ron Jaworski sein Team bis zur 40 Yard-Linie der Raiders. Mit einem langen Pass fand er anschliessend Wide Receiver Rodney Parker in der Endzone. Doch der Touchdown wurde durch eine Strafe gegen Running Back Wilbert Montgomery, der sich als Man-in-Motion nicht parallel zur Line of Scrimmage bewegt hatte, annulliert. Wenig später mussten die Eagles punten und drei Spielzüge später fand Raiders-Quarterback Jim Plunkett mit einem Screen-Pass Running Back Kenny King, welcher den Ball über 80 Yards in die Eagles-Endzone trug und die Raiders 14:0 in Führung brachte. Von diesem Schock erholten sich die favorisierten Eagles während des ganzen restlichen Spiels nicht mehr. Die Raiders, welche von Backup Quarterback Jim Plunkett angeführt wurden – Starter Dan Pastorini hatte sich während der Saison schwer verletzt –, hatten das Score mit einem 2 Yard-Pass Plunketts auf Wide Receiver Cliff Branch eröffnet und gingen mit einer 14:3-Führung in die Pause, konnten die Eagles doch nur ein 30 Yard-Field Goal ihres Kickers Tony Franklin für sich verbuchen. Ein weiteres Field Goal Franklins, welches am Ende eines Drives stand, der in 11 Spielzügen über 62 Yards geführte hatte, war von Raiders-Linebacker Ted Hendricks geblockt worden. Mit einem eindrücklichen 76 Yard-Drive in 5 Spielzügen zu Beginn des dritten Viertels machten die Raiders schon früh alles klar. Der Drive dauerte nur zweieinhalb Minuten, Plunkett passte 13 Yards zu King und 32 Yards zu Wide Receiver Bob Chandler, bevor er mit einem 29 Yard-Pass zu Branch dessen zweiten Touchdown-Fang des Spieles ermöglichte. Im anschliessenden Drive fing Raiders-Linebacker Tony Martin einen Pass Jaworskis ab – Jaworski warf drei Inteceptions, alle zu Martin – und die Raiders erhöhten ihren Vorsprung wenig später mit einem 46 Yard-Field Goal von Chris Bahr, dem älteren Bruder von Steelers-Kicker Matt Bahr. Im anschliessenden Drive führte Jaworski die Eagles in 12 Spielzügen über 88 Yards und schloss den beeindruckenden Drive mit einem 8 Yard-Pass auf Tight End Keith Krepfle ab. Doch mit dem nächsten Drive nahmen die Raiders mehr als fünf Minuten von der Uhr und erhöhten den Vorsprung mit einem 35 Yard-Field Goal durch Bahr auf 27:10. Der folgende Comback-Versuch der Eagles scheiterte, weil die nächsten beiden Drives je mit einem Turnover endeten: Zuerst fumbelte Jaworski einen Snap, wenig später warf er seine dritte Interception zu Martin. Mit kontrolliertem Laufspiel brachten die Raiders anschliessend den Sieg über die Zeit. Besonders bitter war der Sieg für NFL-Commissioner Pete Rozelle, musste er doch die Vince-Lombardi-Trophy ausgerechnet Raiders-Besitzer Al Davis übrreichen, welcher zum damaligen Zeitpunkt gegen die NFL vor Gericht klagte, weil die Liga die Verlegung der Raiders nach Los Angeles abgelehnt hatte.


20.01.1980, Rose Bowl, Pasadena, California
 
Pittsburgh Steelers - Los Angeles Rams 31 - 19
MVP: Terry Bradshaw, QB, Steelers
Siegreicher Coach: Chuck Noll

Nach vier vergeblichen Anläufen in fünf Jahren gelang es den Los Angeles Rams mit einem Sieg im NFC Championship Game endlich die Super Bowl zu erreichen. Die Vorzeichen für das grosse Spiel waren für die Rams höchst widersprüchlich: Einerseits besassen sie den Heimvorteil, wurde Super Bowl XIV doch in Pasadena vor den Toren Los Angeles ausgetragen, andererseits mussten auf ihren Quarterback Pat Haden verzichten, welcher während der Saison verletzungsbedingt ausgefallen war. Und auch Defensive End Jack Youngblood, der Leader der Verteidigung, ging mit einem angebrochenen Schienbein ins Spiel. Die Pittsburgh Steelers gingen mit einem 41 Yard-Field Goal ihres neuen Kickers Matt Bahr in Führung. Doch die Los Angeles Rams konterten mit einem 1 Yard-Touchdown-Lauf durch Running Back Cullen Bryant. Steelers Running Back Franco Harris – welcher von der Rams-Defense gut kontrolliert wurde und im ganzen Spiel nur 46 Yards erzielen konnte – brachte die Steelers im zweiten Viertel mit einem 1 Yard-Lauf wieder in Führung. Doch die Rams holten sich eine überraschende 13:10-Pausenführung durch zwei Field Goals ihres Kickers Frank Corral aus 31 und 45 Yards. Die Steelers, welche als grosse Favoriten in die Super Bowl gestartet waren, lagen auch zu Beginn des letzten Spielabschnittes hinten. Die Steelers gingen zwar durch einen 47 Yard-Pass Bradshaws auf Wide Receiver Lynn Swann im dritten Viertel wieder mit 17:13 in Führung. Doch die Rams schlugen mit einem überraschenden Spielzug zurück: Running Back Lawrence McCutcheon übernahm einen Handoff von Quarterback Vince Ferragamo und warf einen 24 Yard-Touchdown-Pass auf Wide Receiver Ron Smith, welcher die Rams wieder mit 19:17 in Führung brachte. Die Steelers wendeten das Spiel erst im letzten Viertel: Terry Bradshaw warf einen 73 Yard-Pass auf John Stallworth, die Steelers übernahmen mit 24:19 wieder die Führung. Die Defense der Rams fing in Super Bowl XIV gleich drei Pässe von Steelers-Quarterback Terry Bradshaw ab. Die Entscheidung brachte aber die einzige Interception, welche die Steelers-Defense zu verzeichnen hatte: Linebacker Jack Lambert fing fünfeinhalb Minuten vor Spielende kurz vor der eigenen Endzone einen Pass von Rams-Quarterback Vince Ferragamo ab. Und die Steelers entschieden das Spiel mit dem anschliessenden Drive und dem 1 Yard-Touchdown-Lauf von Franco Harris. Die Pittsburgh Steelers verteidigten mit ihrem Sieg über die Los Angeles Rams zum zweitenmal einen Super Bowl-Titel, etwas, was bislang keinem anderem Team gelungen ist. Vier Super Bowl-Siege in sechs Jahren unterstreichen zudem die Stellung der Steelers als das dominierende Team der 1970er Jahre. Steelers-Coach Chuck Noll schliesslich ist bis zum heutigen Tag der einzige Head Coach, welcher vier Super Bowl-Triumphe in seinem Palmarés stehen hat.


21.01.1979, Orange Bowl, Miami, Florida
 
Pittsburgh Steelers - Dallas Cowboys 35 - 31
MVP: Terry Bradshaw, QB, Steelers
Siegreicher Coach: Chuck Noll

Super Bowl XIII brachte nicht nur die erste Revanche der Super Bowl-Geschichte – die Pittsburgh Steelers und die Dallas Cowboys standen sich bereits in Super Bowl X gegenüber –, sondern sie brachte auch ein Spiel, welches legendär geworden ist. Es gibt nicht wenige Experten, die meinen, Super Bowl XIII sei das bislang beste Super Bowl-Endspiel überhaupt gewesen. Die Führung wechselte in der ersten Spielhälfte mehrmals und beide Teams hatten die Chance auf den Sieg. Zudem zeigten sich beide Quarterbacks, Pittsburghs Terry Bradshaw und Dallas‘ Roger Staubach, in Höchstform, so dass die Zuschauer ein Spiel mit vielen Punkten verfolgen konnten. Die Steelers eröffneten das Score mit einem 28 Yard-Pass von Bradshaw zu Wide Receiver John Stallworth. Die Cowboys glichen das Spiel aber umgehend mit einem 39 Yard-Pass von Roger Staubach zu Wide Receiver Tony Hill aus. Wenig später eroberte Linebacker Mike Hegman einen Fumble Bradshaws und brachte mit seinem Return-Touchdown die Cowboys mit 14:7 in Führung. Doch der wütende Steelers-Quarterback konterte mit einem 75 Yard-Pass zu John Stallworth. Ein weiterer Touchdown-Pass Bradshaws – bereits sein dritter des Tages – zu Fullback Rocky Bleier brachte den Steelers die 21:14-Pausenführung. Der im Rückblick betracht entscheidende Spielzug kam im dritten Viertel. Staubach führte einen Dallas-Drive über 48 Yards bis an die 10 Yard-Linie der Steelers. Beim dritten Versuch sah Staubach Tight End Jackie Smith offen in der Endzone. Doch im Moment der Passabgabe rutschte Smith aus und konnte Staubachs Pass nicht kontrollieren – die Cowboys mussten sich mit einem Field Goal durch Rafael Septien zufrieden geben. Die bei diesem Pass «verlorenen» vier Punkte, sollten aber am Ende den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Zu Beginn des letzen Viertels schienen die Pittsburgh Steelers das Spiel für sich zu entscheiden: Eine Pass Interference-Strafe gegen Dallas-Cornerback Benny Barnes hielt einen Drive der Steelers am Leben, welcher Running Back Franco Harris mit einem 22 Yard-Lauf erfolgreich zum Touchdown abschloss. Und wenig später erhöhte Terry Bradshaw mit seinem vierten Touchdown-Pass – womit er einen neuen Super Bowl-Rekord aufstellte – zu Wide Receiver Lynn Swann auf 35:17. Trotz des grossen Rückstandes gaben die Cowboys das Spiel noch nicht verloren: Zweieinhalb Minuten vor Schluss verkürzte Staubach mit einem 7 Yard-Pass zu Tight End Billy Joe DuPree auf 35:24. Und 22 Sekunden vor Schluss kamen die Dallas Cowboys bis auf vier Punkte an die Steelers heran, als Staubach Wide Receiver Butch Johnson für seinen dritten Touchdown-Pass des Tages fand. Die Pittsburgh Steelers retteten das Spiel aber anschliessend über die verbleibenden Sekunden. Super Bowl XIII brachte die erste Niederlage eines Titelverteidigers in einer Super Bowl und mit total 66 Punkten einen neuen Super Bowl-Rekord.


15.01.1978, Superdome, New Orleans, Louisiana
 
Dallas Cowboys - Denver Broncos 27 - 17
MVP's: Randy White, DT & Harvey Martin, DE, Cowboys
Siegreicher Coach: Tom Landry

Dass die Denver Broncos die Super Bowl XII erreichen würden, darauf hätte vor der Saison kaum jemand einen Dollar gesetzt, waren doch die Broncos noch nie in ihrer Teamgeschichte in die Playoffs vorgestossen. Doch das Märchen der Broncos fand in Super Bowl XII ein schnelles Ende: Von Beginn weg lief für Denver so ziemlich alles schief, was überhaupt schief laufen kann. Daran hatte vor allem die Defense der Cowboys wesentlichen Anteil: Sie fing alleine in der ersten Hälfte vier Pässe von Denver-Quarterback Craig Morton – welcher Super Bowl V mit den Dallas Cowboys bestritten hatte – ab und eroberte drei Fumbles. Die Dallas-Defense gestand den Broncos während des ganzen Spiels nur gerade 156 Yards Raumgewinn zu. Die von Head Coach Tom Landry entwickelte Flex-Defense setzte die Broncos-Quarterbacks Morton und Norris Weese derart stark unter Druck, dass sie gerademal 8 von 25 Pässe an den Mann brachten und dabei nur 35 Yards erzielten. Die Defense der Cowboys dominierte das Spiel derart, dass am Ende gleich zwei Spieler, Defensive End Harvey Martin und Defensive Tacke Randy White, zu den wertvollsten Spielern der Super Bowl gewählt wurden. Bereits die ersten Punkte des Spiels hatten ihren Ausgangspunkt in einer Interception von Defensive Back Randy Hughes. Running Back Tony Dorsett erzielte drei Spielzüge später mit einem 3 Yard-Lauf den ersten Touchdown des Spiels. Zwei Field Goals aus 35 und 43 Yards durch den in Mexico geborenen Kicker Efren Herrera erhöhte den Spielstand zur Pause auf 13:0. In der zweiten Hälfte brachte Denvers Kicker Jim Turner die Broncos mit einem 47 Yard-Field Goal etwas heran, doch die Cowboys vergrösserten den Vorsprung wieder, als Wide Receiver Butch Johnson mit einem Hechtsprung in der Endzone einen 45 Yard-Pass von Dallas-Quarterback Roger Staubach fangen konnte. Der anschliessende Kickoff wurde von Denvers Kick Returner Rick Upchurch 67 Yard tief ins Territorium der Dallas Cowboys zurückgetragen und Running Back Rob Lytle brachte die Denver Broncos zum Ende des dritten Viertels wieder bis auf 10 Punkte an die Cowboys heran. Acht Minuten vor dem Ende fumbelte Broncos-Quarterback Weese – welcher den glücklosen Morton ersetzt hatte – und Defense Back Aaron Kyle konnte den Ball für die Texaner sichern. Ein Trickspielzug besiegelte schliesslich den Sieg der Dallas Cowboys: Running Back Robert Newhouse übernahm einen Handoff von Staubach und passte über 29 Yards zu Wide Receiver Golden Richards zum 27:10-Sieg der Cowboys.


09.01.1977, Rose Bowl, Pasadena, California
 
Oakland Raiders - Minesota Vikings 32 - 14
MVP: Fred Biletnikoff, WR, Raiders
Siegreicher Coach: John Madden

Fünfmal hatte Coach John Madden seine Oakland Raiders ins AFC Championship Game geführt, doch fünfmal wurden die Raiders ein Spiel vor der Super Bowl gestoppt. Und langsam aber sicher kamen die Raiders in die Jahre, die Chancen, einen Super Bowl-Ring zu gewinnen, wurden von Jahr zu Jahr schlechter. 1976 war es dann aber endlich soweit: Die Raiders überwanden ihr Championship Game-Trauma und standen in Super Bowl XI. Und auch ihre Opponenten versuchten ein Trauma zu überwinden: Die Minnesota Vikings hatten bislang bei drei Super Bowl-Teilnahmen drei Niederlagen einstecken müssen. Nervosität prägte das erste Viertel: Oakland-Kicker Eroll Mann setzte ein Field Goal aus 29 Yards an den Pfosten und Punter Ray Guy liess den ersten geblockten Punt seiner Karriere zu. Minnesotas Linebacker Fred McNeill eroberte den Ball an der 3 Yard-Linie der Raiders. Doch anstatt aus der hervorragenden Feldposition Kapital zu schlagen, fumbelte Vikings-Running Back Brent McClanahan den Ball zu den Raiders zurück. Diese eröffneten anschliessend einen 90 Yard-Drive, welcher im zweiten Viertel dank eines 24 Yard-Field Goals die ersten Punkte des Spiels brachte. Es war der Auftakt zu einem eindrucksvollen zweiten Viertel für die Raiders: Nach einem Punt der Vikings fing Wide Receiver Fred Biletnikoff einen Pass von Raiders-Quarterback Ken Stabler an der 1 Yard-Linie der Minnesota Vikings. Stabler schloss den 64 Yard-Drive mit einem 1 Yard-Pass zu Tight End Dave Casper ab. Dreieinhalb Minuten später erhöhte Running Back Pete Banaszak aus einem Yard zum 16:0-Pausenstand. Die Vikings-Defense fand gegen die auf die linke Seite ausgerichtete Offense der Raiders kein Mittel: Der linkshändige Quarterback Ken Stabler komplettierte 12 seiner 19 Pässe für 180 Yards und die linke Seite der Offensive Line – Tackle Art Shell und Guard Gene Upshaw – rissen immer wieder Löcher für die Running Backs Clarence Davis – welcher 137 Yards erlief – und Pete Banaszak sowie für Fullback Mark van Eeghen auf. Die Raiders stellten in Super Bowl XI mit 429 Yards einen neuen Rekord an erzieltem Raumgewinn auf. In der zweiten Hälfte erhöhten die Raiders mit einem 40 Yard-Field Goal durch Mann auf 19:0, bevor Quarterback Fran Tarkenton mit einem 8 Yard-Pass zu Wide Receiver Sammy White die ersten Punkte für Minnesota erzielen konnte. Im vierten Spielabschnitt führte Tarkenton die Vikings zweimal in die Platzhälfte der Raiders, doch beide Drives endeten mit einer Interception: Die erste münzten die Raiders in einen 70 Yard-Drive um, welcher Banaszak mit einem 2 Yard-Lauf abschloss. Die zweite Interception trug Cornerback Willie Brown gleich selber 75 Yards in die Vikings-Endzone zurück. Tarkentons Backup, Bob Lee, erzielte mit einem 13 Yard-Touchdown-Pass zu Tight End Stu Voigt die letzten Punkte des Spiels.


18.01.1976, Orange Bowl, Miami, Florida
 
Pittsburgh Steelers - Dallas Cowbys 21 - 17
MVP: Lynn Swann, WR, Steelers
Siegreicher Coach: Chuck Noll

In Super Bowl X trafen zwei der beliebtesten Teams der NFL aufeinander: Auf der einen Seite die Dallas Cowboys, mit ihren weissen Trikots, einer ausgeklügelten Hightech-Offense und einer modernen Flex-Defense. Auf der anderen Seite die Pittsburgh Steelers in ihren schwarzen Trikots, welche wie immer auf eine eisenharte Verteidigung und ihre Arbeitstiere im Laufspiel bauten. Die Dallas Cowboys eröffneten das Score mit einem 29 Yard-Pass von Quarterback Roger Staubach zu Wide Receiver Drew Pearson. Doch noch vor Ende des ersten Viertels glichen die Steelers mit einem 7 Yard-Pass von Quarterback Terry Bradshaw zu Tight End Randy Grossman aus. Dem Touchdown-Pass vorangegangen war ein 32 Yard-Pass Bradshaws zu Wide Receiver Lynn Swann, dessen Super Bowl-Teilnahme bis kurz vor dem Spiel wegen einer im AFC Championship Game erlittenen Gehirnerschütterung unsicher war. Swann übersprang dabei einen Dallas-Verteidiger und brachte auf beinahe mirakulöse Art noch beide Füsse ins Spielfeld. Mit einem Field Goal von Toni Fritsch übernahmen die Cowboys anschliessend wieder die Führung und konnten diese bis zur Pause verteidigen, da auf der Gegenseite Roy Gerela, welcher sich beim Kickoff an den Rippen verletzt hatte, ein Field Goal verzog. Auch im dritten Viertel dominierten die Verteidigungen. Die Steelers-Defense – kurz und prägnant «Steel Curtain» genannt – sackte Staubach siebenmal und zwangen ihn fortwährend unter Druck zu passen, was zu drei Interceptions führte. Eine dieser Interceptions führte zu einem weiteren Field Goal-Versuch, welcher aber von Gerela erneut nicht genutzt werden konnte. Dallas-Safety Cliff Harris klopfte danach Gerela ironisch auf den Helm, worauf er von Steelers-Linebacker Jack Lambert mit einem mächtigen Hit zu Boden gestreckt wurde. Dieser Zwischenfall weckte in den Steelers endgültig den Kampfgeist. Im vierten Quarter blockte Steelers-Fullback Reggie Harrison einen Punt Mitch Hoopes‘ und der Ball rollte durch die Endzone der Cowboys zu einem Safety. Kicker Roy Gerela, welcher zum Schutz seiner angebrochenen Rippen inzwischen ein Korsett trug, verwandelte mit zwei Field Goals den 9:10-Rückstand in eine 15:10-Führung. Drei Minuten vor Spielende versuchte Bradshaw einen langen Pass, welcher von Lynn Swann an der 5 Yard-Linie der Cowboys gefangen und zu einem 64 Yard-Touchdown verwertet wurde. Doch das Spiel war noch lange nicht zu Ende: Roger Staubach schloss einen schnellen Drive der Cowboys mit einem 34 Yard-Pass zu Wide Receiver Percy Howard ab – die Cowboys lagen nur noch 4 Punkte hinter den Steelers. Und sie kamen anderthalb Minuten vor Schluss nochmals in Ballbesitz, nachdem die Defense Terry Hanratty, welcher den verletzten Terry Bradshaw ersetzte, bei einem vierten Versuch stoppen konnte. Mit anderthalb Minuten auf der Uhr versuchten die Cowboys ein Comeback und kamen bis zur 38 Yard-Linie der Pittsburgh Steelers. Mit fünf Sekunden auf der Uhr lancierte Staubach einen letzten Pass in die Steelers-Endzone, der er aber von Defense Back Glen Edwards abgefangen werden konnte.


12.01.1975, Tulane Stadium, New Orleans, Louisiana
 
Pittsburgh Steelers - Minesota Vikings 16 - 6
MVP: Franco Harris, RB, Steelers
Siegreicher Coach: Chuck Noll

Die Pittsburgh Steelers nahmen 1974 zum erstenmal an einer Super Bowl teil. Mehr noch: Sie spielten zum erstenmal überhaupt in ihrer Team-Geschichte – und die dauerte damals immerhin schon mehr als 40 Jahre – um eine NFL-Meisterschaft. Die Minnesota Vikings andererseits standen schon zweimal in der Super Bowl und hatten in Quarterback Fran Tarkenton einen erfahrenen Spielführer. Im Gegensatz zu den Pittsburgh Steelers, welche in Terry Bradshaw, einen jungen, noch wenig erfahrenen Quarterback besassen. Die erste Hälfte wurde von den beiden Verteidigungs-Reihen dominiert. Die Defense der Steelers konzentrierte sich dabei vor allem auf die Mitte der Offensive Line. Die beiden Defensive Tackles Ernie Holmes und Joe Greene spielten in variantenreichen Aufstellungen gegen Minnesotas Center Mick Tingelhoff. So gelang es ihnen, Tarkenton immer wieder in starke Bedrängnis zu bringen. Die einzigen Punkte der ersten Halbzeit kamen durch einen Safety zustande: Tarkenton fumbelte einen Handoff zu Running Back Dave Osborn und konnte den Ball gerade noch vor dem anstürmenden Defensive End Dwight White in der Endzone sichern. Wie schon in der Super Bowl des Vorjahres begann die zweite Spielhälfte für die Minnesota Vikings schlecht: Kick Returner Bill Brown fumbelte den Ball und Steelers-Linebacker Marv Kellum eroberte den Ball für sein Team an der 30 Yard-Linie der Minnesota Vikings. Die Steelers brauchten im Anschluss nur gerade vier Spielzüge und Running Back Franco Harris beendete den Drive mit einem 9 Yard-Lauf. Harris, welcher zum wertvollsten Spieler gewählt wurde, beendete die Super Bowl mit 158 Yards, einem neuen Super Bowl-Rekord. Fullback Rocky Bleier fügte dem dominanten Laufspiel der Steelers weitere 65 Yards hinzu. Bei den Minnesota Vikings ging derweilen nur noch sehr wenig. Das Laufspiel erzielte während der ganzen Partie nur gerade 17 Yards und im Passspiel lief es nicht viel besser: Tarkenton brachte während des ganzen Spiels nur 11 von 26 Pässen zu seinen Receivern und warf drei Interceptions. Bezeichnend deshalb, dass Minnesotas einzige Punkte durch einen Special Team-Spielzug zustande kamen: Matt Blair blockte einen Punt von Bobby Walden und Terry Brown sicherte den Ball in der Endzone der Steelers. Der anschliessende Extrapunkt wurde hingegen von den Steelers geblockt. Trotz der Dominanz der Steelers war das Spiel mit 9:6 plötzlich wieder offen. Doch Pittsburgh sicherte sich den Sieg mit einem 66 Yard-Drive. Der entscheidende Spielzug während des Drives war ein 30 Yard-Pass Bradshaws zu Tight End Larry Brown. Und diese beiden Spieler schlossen den Angriff schliesslich mit einem 4 Yard-Pass erfolgreich ab. Eine letzte Interception Tarkentons beendeten die Comeback-Träume der Minnesota Vikings, welche sich in ihre dritte Super Bowl-Niederlage schicken mussten.


13.01.1974, Rice Stadium, Houston, Texas
 
Miami Dolphins - Minesota Vikings 24 - 7
MVP: Larry Csonka, RB, Dolphins
Siegreicher Coach: Don Shula

Die Gegensätze in Super Bowl VIII hätten nicht grösser sein können: Die Miami Dolphins waren das erste Team, welches zum drittenmal hintereinander in einer Super Bowl teilnehmen konnten. Und mit dem Sieg über die Minnesota Vikings wiederholten sie den Erfolg der Green Bay Packers und verteidigten ihren Super Bowl-Titel erfolgreich. Für die Minnesota Vikings war Super Bowl VIII die zweite Teilnahme im grössten Spiel und es endete mit der zweiten Niederlage. Vikings-Quarterback Fran Tarkenton passte zwar für beinahe doppelt soviel Yards wie sein Gegenüber Bob Griese, aber er hatte nicht das dominante Laufspiel der Dolphins zur Verfügung um das Spiel zu kontrollieren. Und das Laufspiel der Miami Dolphins war an diesem Tag in der Tat dominant: Bob Griese warf während des ganzen Spiels nur gerade 7 Pässe, von welchen er allerdings 6 an den Mann brachte. Das Spiel Miamis lag zum grössten Teil auf den Schultern ihres bulligen Fullbacks Larry Csonka, welcher mit 33 Läufen 145 Yards erzielte, viermal soviel wie die beiden anderen Running Backs, Mercury Morris und Jim Kiick zusammen. Über die Wahl des wertvollsten Spielers bestand angesichts dieser Zahlen zu keinem Zeitpunkt Zweifel. Die Dolphins wandelten gleich den Eröffnungs-Drive in Punkte um: Nach 62 Yards schloss ihn Larry Csonka mit einem 5 Yard-Lauf ab. Die Miami-Defense zwang die Vikings im Anschluss nach drei Spielzügen zum Punt und die Offense der Dolphins brachte den Ball auch in ihrem zweiten Drive bis in die gegnerische Endzone: Diesmal sorgte Jim Kiick aus einem Yard für die Punkte. Nach einem 28 Yard-Field Goal von Garo Yepremian kam dann langsam auch der Angriff Minnesotas auf Touren: Tarkenton passte in einem 74 Yard-Drive für 66 Yards. Doch die Vikings verloren den Ball kurz vor der Miami-Endzone als Running Back Oscar Reed den Ball verlor. Und das Spielglück war auch weiterhin nicht auf der Seite Minnesotas: Kick Returner John Gilliam trug den Eröffnungs-Kickoff der zweiten Hälfte 65 Yards bis tief in die Platzhälfte der Dolphins, doch der Spielzug wurde wegen eines Fouls annulliert. Und die Miami Dolphins bauten ihre Führung im anschliessenden Drive durch einen 2 Yard-Lauf von Larry Csonka weiter aus. Der einzige Touchdown der Vikings kam früh im letzten Viertel. Fran Tarkenton schloss den 57 Yard-Drive mit einem 4 Yard-Lauf gleich selber ab. Und obwohl der Rückstand schon viel zu gross war, drehte Minnesota nochmals auf: Ein weiterer Drive führte übers ganze Spielfeld, wurde aber an der Goal Line der Dolphins durch eine Interception von Defense Back Curtis Johnson abrupt beendet. Die Dolphins kontrollierten mit ihrem starken Laufspiel die letzten sechs Minuten und kamen am Ende zu einer nie gefährdeten Titelverteidigung.


14.01.1973, Memorial Coliseum, Los Angeles, California
 
Miami Dolphins - Washington Redskins 14 - 7
MVP: Jake Scott, S, Dolphins
Siegreicher Coach: Don Shula

Die Miami Dolphins begannen das Spiel mit der Geschichte vor Augen: Don Shulas Team hatte alle seine 16 Spiele in dieser Saison – Regular Season und Playoffs – gewonnen und noch kein Team in der NFL-Geschichte hatte eine «Perfect Season» zustande gebracht. Trotzdem galten die Washington Redskins in ihrer ersten Super Bowl als leichte Favoriten. Deren Coach George Allen setzte vor allem auf ältere, erfahrene Spieler, weshalb die Redskins unter dem Spitznamen «Over-the-Hill-Gang» bekannt waren. Die Dolphins bauten in der ersten Hälfte ein 14:0-Führung auf. Quarterback Bob Griese passte kurz vor Ende des ersten Viertels 28 Yards zu Wide Receiver Howard Twilley, und im zweiten Viertel baute Running Back Jim Kiick mit einem 1 Yard-Lauf die Führung weiter aus. Ansonsten dominierte die «No Name»-Defense der Dolphins, angeführt von Defenisve Tackle Manny Fernandez. Den Redskins gelang es nicht, das Laufspiel zu etablieren und ihr Quarterback Billy Kilmer wurde unter enormen Druck gesetzt. Kilmer warf drei Interceptions, wurde zweimal gesackt und unzählige Male von der Miami-Verteidigung bedrängt. Safety Jake Scott, welcher zwei Pässe Kilmers abfing, wurde zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt. Auch wenn die Dolphins die erste Halbzeit dominiert hatten, so schien nur wenig nötig zu sein, damit die Redskins das Spiel wieder ausgeglichen gestalten könnten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang es Washington auch tatsächlich sein Spiel in Gang zu bringen: Running Back Larry Brown erzielte konstant Raumgewinn und Kilmer brachte endlich seine Pässe an den Mann. Aber das Glück war den Hauptstädtern nicht hold: Ein Field Goal-Kick segelte aus kurzer Entfernung an den Torpfosten vorbei. Das dritte Viertel endete ohne Punkte. Auch das vierte Quarter brachte vorerst keine Punkte. Mit etwas mehr als zwei Minuten auf der Uhr kam der in Zypern geborene Kicker der Miami Dolphins, Garo Yepremian, für einen 42 Yard-Field Goal-Versuch aufs Feld. Mit einem erfolgreichen Kick, so war den Zuschauern klar, wäre diese Super Bowl entschieden. Doch Yepremians Kick wurde von den Verteidigern der Redskins geblockt. Der Ball sprang zurück zu Yepremian, welcher den Ball aufnahm, doch statt sich einfach tackeln zu lassen, versuchte Yepremian einen Pass zu werfen. Dabei rutschte ihm der Ball aus der Hand und in die Hände von Redskins-Defensive Back Mike Bass, welcher den Ball 49 Yards zum Touchdown zurücktrug. Damit war das Spiel wieder offen, zumal die Washington Defense die Dolphins zu einem schnellen Punt zwangen und die Redskins nochmals in Ballbesitz kamen. Aber bei einem vierten Versuch wurde Kilmer gesackt, der Ballbesitz wechselte und da die Redskins keine Timeouts mehr zur Verfügung hatten, um die Uhr anzuhalten, war das Spiel entschieden. Und die Miami Dolphins von 1972 gingen mit ihrer «Perfect Season» in die NFL-Geschichte ein.


16.01.1972, Tulane Stadium, New Orleans, Louisiana
 
Dallas Cowboys - Miami Dolphins 24 - 3
MVP: Roger Staubach, QB, Cowboys
Siegreicher Coach: Tom Landry

Super Bowl VI brachte das Aufeinandertreffen zweier grosser, wenn auch noch nicht ausgereifter Teams. Don Shulas Miami Dolphins standen ein Jahr vor ihrer «Perfect Season» und Tom Landrys Dallas Cowboys standen an der Schwelle, eines der dominierenden Teams der 1970er Jahre zu werden. Die Cowboys hatten in ihrem Team sowohl Talent wie Erfahrung, und sie hatten einen neuen Quarterback: Roger Staubach, 1970 noch Backup von Craig Morton, hatte diesen zu Beginn der Saison verdrängt. Das erste Viertel brachte einen veritablen Paukenschlag: Dolphins-Fullback Larry Csonka fumbelte den Ball in der Feldmitte und Dallas-Linebacker Chuck Howley, der wertvollste Spieler in Super Bowl V, sicherte den Ball für sein Team. Der Fumble Csonkas war deshalb so bemerkenswert, weil er während der ganzen Saison keinen einzigen Ball verloren hatte. Die Cowboys nutzten das Geschenk und Mike Clark erzielte mit einem Field Goal aus 9 Yards die Führung für Dallas. Im zweiten Viertel drückte Staubach dem Spiel seinen Stempel auf und führte sein Team mit einem 76 Yard-Drive übers Feld, bei welchem jeder Spielzug mindestens 5 Yards Raumgewinn brachte. Staubach schloss den Drive mit einem 7 Yard-Pass zu Lance «Bambi» Alworth ab, dem legendären Wide Receiver der San Diego Chargers, welcher auf die neue Saison hin zu den Cowboys gewechselt hatte. Doch auf der Uhr verblieb noch genügend Zeit, so dass die Miami Dolphins die Chance hatten, ihrerseits Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen: Mit einem 44 Yard-Drive erreichten die Dolphins Field Goal-Reichweite und Kicker Garo Yepremian verkürzte aus 31 Yards zum 10:3-Pausenstand. Doch die Dallas Cowboys wollten das Spiel ganz offensichtlich nicht mehr aus der Hand geben: Gleich den ersten Ballbesitz in der zweiten Halbzeit verwandelten sie in Punkte. Mit einem soliden Laufspiel von Running Back Duane Thomas dominierten sie die Verteidigung der Dolphins fast nach belieben. Thomas schloss den Drive mit einem 3 Yard-Lauf ab. Den Rest besorgte die Verteidigung der Cowboys: Sie fand gegen das starke Laufspiel der Dolphins das richtige Rezept und hielten Fullback Larry Csonka und Running Back Jim Kiick bei je 40 Yards. In acht Spielzügen liessen die Cowboys gerademal 13 Yards zu und zwangen die Dolphins im wieder zum Punt. Im letzten Viertel fing Howley zudem einen Pass von Miami-Quarterback Bob Griese ab und trug ihn bis 9 Yards vor die gegnerische Endzone. Drei Spielzüge später passte Staubach aus 7 Yards zu Tight End Mike Ditka für den letzten Touchdown des Spiels. Miamis Head Coach Don Shula war nach dem Spiel ernüchtert: «Meine grösste Enttäuschung ist, dass wir die Cowboys zu keinem Zeitpunkt herausfordern konnten. Sie haben uns komplett dominiert.


17.01.1971, Orange Bowl, Miami, Florida
 
Baltimore Colts - Dallas Cowboys 16 - 13
MVP: Chuck Howley, LB, Cowboys
Siegreicher Coach: Don McCafferty

Betrachtet man die Statistik, so könnte man den Eindruck gewinnen, dass keines der beiden Teams, diese Super Bowl für sich entscheiden wollte: 14 Strafen und 10 Turnovers prägten das Spiel. Die beiden Angriffs-Teams waren nicht sehr effektiv und so wurde am Ende mit Linebacker Chuck Howley – der zwei Interceptions verzeichnen konnte – erstmals ein Defense-Spieler zum wertvollsten Spieler gewählt. Und erst noch einer aus dem unterlegenen Team! Doch der Eindruck täuscht natürlich, insbesondere was die Baltimore Colts betrifft: Nach ihrer überraschenden Niederlage in Super Bowl III gegen die New York Jets wollten die Colts diese Schmach vergessen machen. Doch sie erwischten einen schlechten Start: Im ersten Viertel dominierte vor allem die Dallas-Verteidigung und einzig die Cowboys punkteten mit einem 14 Yard-Field Goal durch Mike Clark. Im zweiten Viertel liess Clark ein 30 Yard-Field Goal folgen und die Cowboys gingen 6:0 in Führung. Ein Spielzug beim nächsten Ballbesitz der Colts zeigt beispielhaft, wie verfahren und von Zufällen abhängig dieses Spiel war: Colts-Quarterback Johnny Unitas warf einen Pass über die Mitte, gedacht für Wide Receiver Eddie Hinton. Dieser verpasste den Pass, lenkte ihn aber leicht ab, so dass Cowboys-Cornerback Mel Renfro die Chance auf eine Interception erhielt. Doch auch Renfro konnte den Ball nicht kontrollieren, sondern fälschte dessen Flugrichtung weiter ab. Schliesslich landete der Ball in den Händen von Tight End John Mackey, dem sich kein Verteidiger mehr in den Weg stellen konnte und Mackey bescherte dem völlig verunglückten Spielzug mit seinem 75 Yard-Touchdown dennoch ein glückliches Ende. Beim nächsten Spielbesitz der Colts brach Defensive End George Andrie durch und brachte Unitas mit einem harten Hit zu Boden. Unitas verlor dabei nicht nur den Ball, welcher von den Cowboys gesichert werden konnte, sondern verletzte sich auch an den Rippen und konnte das Spiel nicht mehr fortsetzen. Der Fumble wurde von den Dallas Cowboys erfolgreich in Punkte umgesetzt: Quarterback Craig Morton passte über 7 Yards zu Running Back Duane Thomas. Zur Pause führten die Cowboys mit 13:6. Das dritte Viertel begann mit weiterem Pech und Pannen: Baltimores Kick Returner Jim Duncan fumbelte den Kickoff, doch Duane Thomas fumbelte wenig später zurück. Weder Morton noch Earl Morrall, welcher den verletzten Unitas ersetzte, konnten ihr Team erfolgreich übers Feld bewegen. In der Mitte des vierten Quarters setzte die Colts-Verteidigung Morton erfolgreich unter Druck, so dass ein Pass abgefälscht wurde und in den Händen von Defense Back Rick Volk landete, welcher die Interception bis zur 3 Yard-Linie der Cowboys zurückbrachte. Wenig später trug Fullback Tom Nowatzke den Ball in die Endzone. Das Spiel stand wieder unentschieden. Mit etwas mehr als einer Minute auf der Uhr fing Linebacker Mike Curtis einen weiteren Pass von Morton ab und trug ihn bis zur 28 Yard-Linie der Dallas Cowboys. Mit fünf Sekunden auf der Uhr, schloss Rookie Kicker Jim O’Brien das Spiel mit einem 32 Yard-Field Goal zum 16:13-Sieg für die Baltimore Colts ab.


11.01.1970, Tulane Stadium, New Orleans, Louisiana
 
Kansas City Chiefs - Minesota Vikings 23 - 7
MVP: Len Dawson, QB, Chiefs
Siegreicher Coach: Hank Stram

Nach dem überraschenden Sieg der New York Jets in Super Bowl III rechneten viele Experten damit, dass die Rangordnung der beiden konkurrenzierenden Ligen in Super Bowl IV wiederhergestellt werden würde, wenn der NFL-Meister, die Minnesota Vikings, auf die Kansas City Chiefs, AFL-Meister und Verlierer des ersten World Championship Games, treffen würden. Vor allem die Defense Minnesotas mit seiner fabulösen Defensive Line mit Carl Eller, Alan Page, Gary Larsen und Jim Marshall – die sogenannten «Purple People Eaters» – galten als Garanten für einen Sieg der Vikings: Minnesota war bei den Buchmachern Favorit mit 14 Punkten Vorsprung. Entgegen der Erwartungen übernahmen aber gleich zu Beginn des Spiels die mächtigen Defense Linmen der Kansas City Chiefs das Kommando: Die Defensive Tackles Buck Buchanan und Curley Culp dominierten die Offense Line der Vikings und verhinderten, dass Minnesota das Laufspiel etablieren konnte, zumal das starke Linebacker-Korps mit Willie Lanier, Bobby Bell und Jim Lynch jeden erfolgreichen Durchbruch schnell beendeten. Die Chiefs eröffneten in der Mitte des ersten Viertels das Score mit einem 48 Yard-Field Goal ihres in Norwegen geborenen Kickers Jan Stenerud. Dieser fügte im zweiten Spielabschnitt noch zwei weitere Field Goals aus 32 und 25 Yards hinzu. Beim Kickoff nach Steneruds drittem Field Goal fumbelte Kick Returner Charlie West und Chiefs-Special Teamer Remi Prudhomme konnte den Ball für sein Team sichern. Wenig später erzielte Running Back Mike Garrett aus 5 Yard die 16:0-Pausenführung für Kansas City. Nach der Pause nahm Minnesotas Quarterback Joe Kapp das Heft in die Hand: Beim ersten Ballbesitz der Vikings kompletierte er 4 von 4 Pässen und führte sein Team 69 Yards über das Feld. Der Drive wurde mit einem 4 Yard-Touchdown-Lauf von Running Back Dave Osborn abgeschlossen. Doch die Chiefs liessen sich nicht beirren. Dawson trieb den anschliessenden Drive bis zur 46-Yard-Linie der Minnesota Vikings und spielte dann einen kurzen Pass auf Wide Receiver Otis Taylor. Dieser überlief Cornerback Earsell Mackbee und liess Safety Karl Kassulke mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen – der Weg zum Touchdown war frei. Im vierten Quarter kamen die Vikings dreimal in Ballbesitz und waren wegen des Rückstands gezwungen, voll auf den Pass zu setzen. Alle drei Drives endeten mit Interceptions. Die Kansas City Chiefs revanchierten sich mit dem Sieg für ihre Niederlage im ersten AFL-NFL World Championship Game. Gleichzeitig ermöglichten sie der American Football League (AFL) ein krönendes Ende mit einem Titel, denn Super Bowl IV war das allerletzte Spiel eines AFL-Teams. Die Spieler der Kansas City Chiefs trugen auf ihren Trikots einen Sticker mit der Aufschrift «AFL-10», mit welchem an die zehnjährige Existenz der AFL erinnert wurde, welche mit der Fusion von AFL und NFL nach der 1969er Saison ihr Ende fand.


12.01.1969, Orange Bowl, Miami, Florida
 
New York Jets - Baltimore Colts 16 - 7
MVP: Joe Namath, QB, Jets
Siegreicher Coach: Webb Ewbank

Die Worte sind zur Legende geworden: Drei Tage vor dem Super Bowl verkündte Joe Namath, der Quarterback der New York Jets, bei einem Abendessen im Miami Touchdown Club den anwesenden Presseleuten: «Wir werden am Sonntag gewinnen. Ich garantiere es.» Die Voraussage des vor allem bei jungen Fans beliebten Quarterbacks – wegen seiner lockeren Lebenswandels trug Namath den Spitznamen «Broadway Joe» – machte im ganzen Land Schlagzeilen, denn die Baltimore Colts galten als haushoher Favorit in der Super Bowl III. Nach den beiden überzeugenden Siegen der Packers in den ersten beiden World Championship Games betrachteten nicht nur viele Experten die AFL als drittklassige Liga, für viele galten die Baltimore Colts gar als eine der besten Mannschafen in der NFL-Geschichte. Die Buchmacher sahen die Jets mit 18 Punkten hinten, ein Kolumnist prognostizierte gar einen 55:0-Sieg der Colts. Vom Kickoff an etablierten die New York Jets ein starkes Laufspiel, wobei sie vor allem auf Fullback Matt Snell setzten. Demgegenüber kamen die Colts nie in Schwung und ihr Quarterback Earl Morall – welcher eben zum wertvollsten Spieler der NFL gewählt worden war – erlebte eines seiner schlechtesten Spiele seiner Karriere. Von 17 Pässen brachte er nur sechs an den Mann, drei Pässe wurden von gegnerischen Verteidigern abgefangen. Im dritten Viertel wurde Morall deshalb durch Johnny Unitas ersetzt, welcher den grössten Teil der Saison mit einer Ellbogen-Verletzung verpasst hatte. Nach einem punktelosen Eröffnungsviertel gingen die New York Jets im zweiten Spielabschnitt in Führung: Nach einem 80 Yard-Drive kämpfte sich Snell mit einem 4 Yard-Lauf in die Endzone, der anschliessende Extrapunkt sorgte für eine 7:0-Führung zur Pause. In der zweiten Halbzeit bauten die Jets den Vorsprung kontinuierlich aus: Kicker Jim Turner erhöhte mit drei Field Goals aus 32, 30 und 9 Yards auf 16:0. Die eher als schwach eingeschätzte Pass-Verteidigung der Jets hielt dagegen die explosive Offense der Baltimore Colts in Schach. Erst drei Minuten vor Spielschluss kamen die favorisierten Colts doch noch zum Erfolg: Nach einem 80 Yard-Drive erzielte Running Back Jerry Hill mit einem 1 Yard-Lauf die ersten Punkte für Baltimore. Es sollten die letzten bleiben: Durch einen erfolgreichen Onside-Kick kamen die Colts zwar nochmals in Ballbesitz, konnten jedoch keine weiteren Punkte erzielen. Mit diesem ersten Super Bowl-Sieg eines AFL-Teams konnte sich die NFL-Konkurrenzliga definitiv auf die gleiche Stufe wie die etablierte NFL stellen. Der Coup der New York Jets – welcher bis heute als grösste Überraschung der Super Bowl-Geschichte gilt – begeisterte eine ganze Generation, der Football-Boom erhielt neuen Schub. Zudem wurde Jets-Coach Weeb Ewbank zum einzigen Coach der Football-Geschichte, welcher einen AFL-, einen NFL- und einen Super Bowl-Titel in seinem Palmarés stehen hat: 1958 hatte er ausgerechnet die Baltimore Colts in einem ebenfalls legendären Spiel gegen die New York Giants zur NFL-Meisterschaft geführt.


14.01.1968, Orange Bowl, Miami, Florida
 
Green Bay Packers - Oakland Raiders 33 - 14
MVP: Bart Starr, QB, Packers
Siegreicher Coach: Vince Lombardi

Im letzten Spiel unter Vince Lombardi machten die Green Bay Packers den zweiten Triumph im AFL-NFL World Championship Game gegen die Oakland Raiders mit einem einfach Rezept klar: In der ersten Hälfte eine Führung herausspielen und diese danach kontinuierlich ausbauen. Die Packers eröffneten das Score gleich bei ihrem ersten Ballbesitz: Nach einem 34 Yard-Drive kickte Don Chandler ein 39 Yard-Field Goal. Mit der nächsten Angriffsserie drückte Green Bay der ersten Hälfte ihren Stempel auf: Der Drive, der an der eigenen 3 Yard-Linie begann, führte über 84 Yards und dauerte beinahe neun Minuten. Don Chandler schloss auch diesen Drive mit einem Field Goal ab. Anschliessend zwang die Defense der Packers die Raiders nach drei Spielzügen zum Punt. Und im nächsten Spielzug passte Quarterback Bart Starr zu Wide Receiver Boyd Dowler, welcher Defensive Back Kent McCloughan überlief und den Spielzug mit einem 62 Yard-Touchdown abschloss. Die Packers gingen mit 13:0 in Führung und manche Zuschauer rechneten mit einer Kanterniederlage. Doch die Oakland Raiders schlugen noch vor der Pause zurück: Quarterback Daryle Lamonica führte sein Team in acht Spielzügen 78 Yards über das Feld und schloss den Drive mit einem 23 Yard-Pass zu Wide Receiver Bill Miller ab. Doch das Glück war den Raiders nicht hold: Kurz vor der Pause fumbelte Punt Returner Rodger Bird den Ball bei einem Fair Catch und die Packers nutzten die Gunst. Mit auslaufender Uhr kickte Don Chandler aus 43 Yards sein drittes Field Goal des Spiels. Im dritten Viertel machte der Titelverteidiger schliesslich alles klar: Der zweite Ballbesitz der zweiten Halbzeit führte in elf Spielzügen über 82 Yards. Starr hielt dabei den Drive zweimal mit Pässen bei dritten Versuchen am Leben. Running Back Donny Anderson schloss den Drive mit einem 2 Yard-Lauf in die Endzone ab. Und noch vor Ende des dritten Vierteles fügte Chandler ein weiteres Field Goal zu einer beruhigenden 26:7-Führung hinzu. Oakland setzte nun voll auf Lamonicas Passpiel, doch Defensive Back Herb Adderley fing einen für Wide Receiver Fred Biletnikoff gedachten Pass ab und trug ihn 60 Yards zum Touchdown in die Raiders-Endzone zurück. Der zweite Touchdown-Pass Lamonicas zu Miller war am Ende nur noch Resultatkosmetik. Die deutliche Niederlage Oaklands liess bei vielen Beobachtern Zweifel an der geplanten Fusion von AFL und NFL aufkommen, weil das Niveau der beiden Ligen zu weit auseinanderzuliegen schien. Diese Einschätzung wurde durch eine Bemerkung Lombardis untermauert, der anmerkte, dass das Spiel «nicht unser bestes war». Ein paar Tage später gab Lombardi nach fünf Titeln innert sieben Jahren seinen Rücktritt als Head Coach bekannt und zog sich auf den General Manager-Posten der Green Bay Packers zurück.


15.01.1967, Memorial Coliseum, Los Angeles, California
 
Green Bay Packers - Kansas City Chiefs 35 - 10
MVP: Bart Starr, QB, Packers
Siegreicher Coach: Vince Lombardi

Das erste AFL-NFL World Championship Game – der Begriff «Super Bowl» wurde erst ab Super Bowl III verwendet – zwischen den Green Bay Packers und den Kansas City Chiefs war wohl das am heissesten erwartete Spiel in der Geschichte des Profi-Footballs. Nach sechs Jahren, in welchen sich AFL und NFL bekämpft hatten, sollte sich endlich entscheiden, wer den wahren Weltmeister stellt, die angesehene NFL oder die aufstrebende AFL. Die Rivalität der beiden Ligen zeigte sich auch auf dem Rasen im Memorial Coliseum in Los Angeles. So wurde mit zwei unterschiedlichen Footballs gespielt: Mit dem offiziellen Ball der NFL wenn die Packers im Angriff waren, mit dem Standard-Ball der AFL wenn die Offense der Chiefs auf dem Platz stand. Das Schiedsrichter-Team bestand aus einer gemischten Crew von AFL- und NFL-Schiedsrichtern und das Spiel wurde sowohl von NBC wie CBS übertragen, welche die Rechte für die AFL bzw. die NFL besassen. Die Verteidigung der Kansas City Chiefs konzentrierte sich zu Beginn des Spiels ganz darauf die Packers-Wide Receivers Boyd Dowler und Carroll Dale zu stoppen. Den dritten Receiver, Max McGee, liessen sie ausser acht, hatte dieser doch für die ganze Saison gerademal vier Passfänge aufzuweisen. Ein Fehler, wie sich schnell zeigen sollte: Bereits im ersten Viertel fing McGee einen Pass von Quarterback Bart Starr spektakulär mit einer Hand und trug den Ball über 37 Yards zum ersten Touchdown in die Endzone. Aber die Chiefs hielten dagegen: Mit einem 7 Yard-Pass von Quarterback Len Dawson auf Running Back Curtis McClinton gelang ihnen den Ausgleich. Fullback Jim Taylor erzielte mit einem 14 Yard-Lauf erneut die Führung für die Green Bay Packers, doch Chiefs-Kicker Mike Mercer hielt das Spiel mit einem 31 Yard-Field Goal zum Pausenstand von 14:10 spannend. Trotz des Rückstandes sahen viele Beobachter die Chiefs als «Sieger» der ersten Hälfte, war es ihnen doch gelungen, die hochgelobte Offense von Vince Lombardi aus dem Rhythmus zu bringen. Und im Angriff liessen die vielen Playaction-Pässe der Chiefs den Passrush der Packers ins Leere laufen. Der Druck auf Green Bay, den Vertreter der renommierten NFL, das Spiel zu gewinnen, war ungleich höher und so verlangte denn auch Lombardi in der Pause von seinen Spielern, das allerletzte aus sich herauszuholen. Es war die Verteidigung der Packers, welche die Entscheidung erzwang: Während des ersten Ballbesitzes von Kansas City in der zweiten Hälfte blitzten die Linebackers Lee Roy Caffey und Dave Robinson und trafen Dawson genau im Moment der Ballabgabe. Der Ball flatterte in der Luft und konnte von Free Safety Willie Wood abgefangen und bis kurz vor die Endzone der Chiefs zurückgetragen werden. Gleich im nächsten Spielzug erzielte Running Back Elijah Pitts mit einem 5 Yard-Lauf den Touchdown. Danach liessen die Packers den Chiefs keine Chance mehr: McGee mit einem 13 Yard-Catch und Pitts mit einem 1 Yard-Lauf erzielten in der Folge je ihren zweiten Touchdown zum nicht mehr gefährdeten 35:10-Sieg für die Green Bay Packers.



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